Freitag, 30. Juni 2006

Post-Armstrong-Ära soll beginnen: Ivan Basso startet Radklassiker als Top-Favorit

  • Italiener will nach Giro-Sieg den Doppelschlag!
  • Doping: Tour-Direktion droht mit Ausschlüssen

Am Samstag wird mit dem Prolog in Straßburg das Rennen um die Nachfolge von Lance Armstrong eröffnet. Im ersten Jahr nach dem Rücktritt des Gesamtsiegers der vergangenen sieben Auflagen giilt ein Fahrer als Topfavorit: Der Italiener Ivan Basso, der als erster Fahrer seit Marco Pantani 1998 das Double Giro-Tour schaffen möchte. Der Deutsche Jan Ullrich wurde von seinem Team T-Mobile suspendiert. Er soll in den spanischen Dopingskadal verwickelt sein.

Der 28-jährige Basso hat sich seit seinem Giro-Sieg rar gemacht. Hartes Training nach Vorgaben seines CSC-Teamchefs Bjarne Riis stand im Vordergrund. Mitte Juni ist er die Alpenetappen abgefahren, hat aber zuletzt die Landesmeisterschaft ausgelassen. Viele Experten bezweifeln, dass ein doppelter Formhöhepunkt möglich ist. Doch Basso ist davon überzeugt, hat sich akribisch vorbereitet und vor allem hart an einer Verbesserung im Zeitfahren gearbeitet.

Basso hofft auf Berg-Etappen
"In den Prüfungen gegen die Uhr wird Jan sicher einen Zeitvorsprung auf mich herausholen, vielleicht zwei bis vier Minuten. Den muss ich in den Bergen wettmachen", erklärte Basso, der das gesamte CSC-Team hinter sich hat. Nach den Plätzen drei und zwei greift er bei der 93. Auflage nach den Sternen. Und hat sich dabei an Seriensieger Armstrong orientiert.

"Der ist kleinere Gänge gefahren und war sehr agil in den Steigungen. Das belastet andere Muskeln, aber man kann das Tempo rascher verschärfen", analysierte Ex-Toursieger Riis. "Wir wissen, dass Jan Ullrich das nicht kann, weil er große Gänge tritt. Daher sind wir überzeugt, dass er Probleme bekommt, wenn Ivan in den Steigungen beschleunigt."

Tour-Direktion droht mit Ausschlüssen
Die Tour-Direktion hat vor dem Start unmissverständlich klar gemacht, auch während des Rennens Fahrer nach Hause zu schicken, wenn klare Doping-Beweise gegen sie vorliegen. Die Namen der 58 verdächtigten Profis sollen in den kommenden Tagen offiziell genannt werden, schrieb "El Pais". Der Tour-Skandal von 1998 war im Vergleich zu den eventuell bevorstehenden Turbulenzen in den nächsten drei Wochen vielleicht nur ein mittelschweres Gewitter. Erik Zabel nannte die Affäre etwa einen "Flächenbrand"

(apa/red)

30.6.2006 10:10