Freitag, 30. Juni 2006

"Ab Platz drei ist alles offen": Tiroler Totschnig peilt bei Tour Top-5-Ergebnis an!

  • Trumpf: "Meine Stärke liegt in der Erholungsfähigkeit"

Drei Österreicher stehen auf der Startliste der 93. Tour de France, und alle drei sind hoch motiviert. Im Jahr eins nach Lance Armstrong, dem Gewinner der vergangenen sieben Auflagen, hat Georg Totschnig große Ziele. Der 35-jährige Tiroler peilt einen Rang unter den Top 5 der Gesamtwertung an und möchte zudem auf einer Etappe aufzeigen. So wie bei seinem historischen Sieg im Vorjahr. Sprinter Bernhard Eisel hofft noch auf die für Spitzenplätze nötige Topform, während Peter Wrolich neuerlich eine Doppelrolle spielt.

Mit 35 Jahren ist Georg Totschnig ein "alter Hase". Was die Tour de France betrifft, macht ihm niemand etwas vor. Am Samstag nimmt der dreifache Familienvater in Straßburg seine achte "Tour der Leiden" in Angriff. Mit dem Etappensieg hat er im Vorjahr Historisches für den heimischen Radsport erreicht, heuer ist ein Platz unter den ersten Fünf der Gesamtwertung das primäre Ziel.

Auch Totschnig sieht in Giro-Gewinner Ivan Basso als Top-Favorit auf den ersten Gesamtrang am 23. Juli in Paris. "Aber ab Platz drei ist alles offen, da gibt es fast zehn Fahrer, die für Spitzenplätze in Frage kommen", erklärte der Kletterspezialist aus dem Zillertal. Zu dieser Gruppe zählt er auch seinen gleichberechtigten Gerolsteiner-Co-Kapitän Levi Leipheimer (USA) und sich selbst.

Totschnig ist im besten Radsport-Alter und möchte in einer dreiwöchigen Rundfahrt einmal mehr eine seiner Trumpfkarten ausspielen. "Meine Stärke liegt in der Erholungsfähigkeit. Nach zwei Wochen, wenn manche andere Probleme bekommen, kommt meine Stärke", erklärte der Ramsauer im Gespräch mit der APA.

In der dritten Woche türmen sich auch diesmal die größten Hindernisse vor den Profis auf. Gleich nach dem zweiten Ruhetag folgen ab 18. Juli drei Bergetappen in den Alpen (u.a. die Bergankünfte in L'Alpe d'Huez und tags darauf in La Toussuire), die gemeinsam mit dem Einzelzeitfahren am vorletzten Tag über das Gesamtklassement entscheiden werden. Davor gilt es, in den ersten Einzelzeitfahren nicht zu viel Zeit zu verlieren, Stürze und Blessuren zu vermeiden und die Pyrenäen zu bewältigen.

Totschnig hat seine Topform noch nicht erreicht, die bei der Generalprobe, der Tour de Suisse, aufgetretene Verunsicherung ist aber überwunden. "Die Form passt", befand der dreifache Familienvater nach dem abschließenden Training in St. Moritz. (apa/red)

30.6.2006 10:12