Freitag, 30. Juni 2006

Neue Aufregung im italienischen Fußball- Skandal: Nun Ermittlungen gegen Verband!

  • Angeblich Bilanzfälschung und "schwarze" Gehälter

Einen Tag nach der Eröffnung des Megaprozesses in Rom wegen des Verdachts der Absprachen im italienischen Fußball sorgen neue Vorwürfe gegen den Fußballverband FIGC in Italien für Schlagzeilen. Der von der FIGC zur Klärung des Skandals beauftragte Staatsanwalt, Francesco Saverio Borrelli, überprüft derzeit die Bilanzen des Fußballverbands, die angeblich gefälscht worden sind.

Die Funktionäre des Fußballverbands sollen von Schwarzfonds Gehälter kassiert haben, die wesentlich höher als jene waren, die in den offiziellen Bilanzbüchern eingetragen waren, berichteten italienische Medien.

Hunderte Zeugen sollen in den nächsten Tagen bei dem Verfahren gegen vier Klubs und 26 Personen wegen Absprachen im italienischen Fußball vorgeladen werden. Bei der Wiederaufnahme des Verfahrens will die Anklage vor Gerichtspräsident Cesare Ruperto Dutzende Zeugen befragen. Auch die verdächtigten Vereine Juventus Turin, Lazio Rom, AC Fiorentina und AC Milan wollen ihre eigenen Zeugen vorladen.

Am Prozess werden sich auch die Verteidiger kleinerer Klubs beteiligen, die von einem möglichen Zwangsabstieg der im Absprachenskandal verwickelten Vereine profitieren könnten. Betroffen sind Brescia Calcio, AC Bologna, Messina Calcio, US Lecce und FC Treviso. Diese hatten einige Tage Zeit gefordert, um die Dossiers der Anklage zu überprüfen, wodurch beim Prozessauftakt eine Vertagung nötig wurde.

26 Schiedsrichter, Klubchefs und Verbandsfunktionäre müssen sich vor Gericht wegen des Verdachts der Schiedsrichter-Absprachen sowie des Manipulationsverdachts in der Meisterschaftssaison 2004/2005 verantworten. Angeklagt wurden sie vom Untersuchungsrichter Stefano Palazzi auf Grund einer umfangreichen Untersuchung Borrellis.

Die Urteile des Tribunals werden nun erst für 10. Juli erwartet, womit also die Fußball-WM noch vorher (Finale am 9.7.) beendet werden könnte. Dies gab ein FIGC-Sprecher am Freitag bekannt.

(apa/red)

30.6.2006 13:31