Proteste nach 'Bruno'-Abschuss: Zahlreiche
Urlauber stornieren Aufenthalt in Bayern
- 35 Absagen für Ort, wo "JJ1" abgeschossen wurde
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im Grenzgebiet: Umfrage
·"Herz des Bären heimlich verbrannt"
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zum Tod von Bär Bruno
·BILDER: Braunbär Bruno alias JJ1 ist tot!
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Mitstimmen: Geht Tötung von "Bruno" in Ordnung?
·GRAFIK: Hier trieb Bruno sein Unwesen
Zahlreiche Schafsrisse & "Treffen" mit Menschen
Der Abschuss von Braunbär "Bruno" im Spitzingseegebiet sorgte am Wochenende weiter für heftige Emotionen. Urlauber stornierten ihren Urlaub in Schliersee, wie der Leiter der Kurbetriebe, Matthias Schrön, bestätigte.
Bis Freitag seien 35 Absagen eingegangen. Dabei sei die Gemeinde an der Abschussentscheidung nicht im Geringsten beteiligt gewesen. Der Bär habe sich bei seinen Wanderungen im österreichisch-bayerischen Grenzgebiet zufällig gerade in dem Gebiet aufgehalten.
Tatsächlich war der Bär am Montag im Morgengrauen nicht einmal auf Schlierseer Gebiet erlegt worden, sondern auf dem direkt angrenzenden Gebiet der Gemeinde Bayrischzell. In Schliersee fand allerdings die Pressekonferenz nach dem Abschuss des aus dem italienischen Trentino stammenden Bären mit dem offiziellen Namen "JJ1" statt. Beide Gemeinden hätten mit der Abschussgenehmigung des Umweltministeriums und dem Abschuss durch ein staatlich beauftragtes Sicherheitsteam nichts zu tun gehabt, unterstrich Schrön.
"Urlaub in Bayern? Nö!"
Dennoch häufen sich in den Internet-Gästebüchern der beiden oberbayerischen Ferienorte wütende Einträge. "Urlaub in Bayern? Nö!", ist dort zu lesen, und: "Bei Mördern wollen wir kein Urlaub machen. Wir reisen ab - und kommen nie wieder!" Andere Stimmen mahnen hingegen zu Mäßigung: "Was kann denn die Gemeinde Schliersee dafür, dass "JJ1" geschossen wurde! Also lasst mal die Kirche im Dorf und besucht weiter Bayern! Und Schliersee hat eine schöne Kirche!"
Es gebe allerdings auch Touristen, die nach dem Abschuss erleichtert seien - sie hätten Angst gehabt, sagte Schrön. Erst in etwa einem Jahr werde absehbar sein, ob in Schliersee tatsächlich ein wirtschaftlicher Schaden entstanden sei. Schliersee zählt im Jahr durchschnittlich 500.000 Übernachtungen.
Gegen Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU), seine Mitarbeiter und die Jäger gibt es wegen "Brunos" Abschuss eine Reihe von Strafanzeigen. Die Staatsanwaltschaft München II will frühestens Ende der kommenden Woche entscheiden, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.
Der Bär, dessen Kadaver derzeit tiefgefroren aufbewahrt wird, soll ausgestopft in ein Museum kommen. Sein Skelett und die präparierten Organe werden wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. "Bruno" war am vergangenen Montag im Morgengrauen erlegt worden, nachdem wochenlange Fangversuche gescheitert waren.
(apa)
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