Staatsanwaltschaft prüft Bruno-Abschuss: Verfahren gegen Bayerns Umweltminister?
- Eventuell Verstoß gegen Tierschutz- und Jagdgesetze
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Pressestimmen: 'Herz des Bären heimlich verbrannt'
·Bruno ist tot: Bär in Bayern erschossen!
Tier streunte seit Wochen
im Grenzgebiet: Umfrage
·"Herz des Bären heimlich verbrannt"
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zum Tod von Bär Bruno
·BILDER: Braunbär Bruno alias JJ1 ist tot!
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·NETWORLD-UMFRAGE
Mitstimmen: Geht Tötung von "Bruno" in Ordnung?
·GRAFIK: Hier trieb Bruno sein Unwesen
Zahlreiche Schafsrisse & "Treffen" mit Menschen
·CHRONOLOGIE
Bruno wochenlang in Tirol
und Bayern unterwegs
·Stichwort Braunbär: Größtes Landraubtier
Bruno hatte in Österreich fast 30 "Geschwister"
·Gen-Analyse beweist:
"Bruno" ist Italiener
Ganze Familie mit hoher "Wanderbereitschaft"
Nach dem tödlichen Schuss auf einen Braunbären versuchen Experten herauszufinden, ob es sich bei dem erlegten Tier tatsächlich um den gesuchten "Bruno" handelte. Der Bären-Kadaver werde untersucht und eine DNA-Analyse erstellt, sagte der Sprecher des bayerischen Umweltministeriums, Roland Eichhorn, in München. "JJ1", wie der aus Norditalien stammende Bär offiziell heißt, wurde auf der Rotwand in Oberbayern von Jägern erschossen. Er soll ausgestopft ins Museum kommen.
Unterdessen geriet der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) immer mehr unter Druck. Die SPD-Fraktion im Landtag verlangte seinen Rücktritt. Schnappauf werde zum "Problemminister", hieß es. Der bayerische Grünen-Landtagsabgeordnete Christian Magerl verlangte einen umfassenden Bericht. "Es sind für mich unwahrscheinlich viele Fragen offen, des nationalen wie des internationalen Naturschutzrechts, aber auch des Waffenrechts", sagte Magerl im Bayerischen Rundfunk (BR). Durch gezieltes Bärenmanagement, wie es in Ländern wie Italien, Österreich der Slowakei oder Polen praktiziert werde, hätte der Abschuss des Tieres vermieden werden können.
Der Abschuss beschäftigte auch die Justiz. Es seien neun Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft München II eingegangen, sagte der stellvertretende Behördenleiter Eduard Mayer. Bisher gebe es aber keinen ausreichenden Anfangsverdacht, dass tatsächlich eine Straftat vorliegen könnte.
Zum Teil sei einfach Strafanzeige erstattet worden, zum Teil richteten sich die Anzeigen konkret gegen Schnappauf, die beteiligten Jäger und Angehörige des Umweltministeriums, erläuterte der Oberstaatsanwalt. "Ich habe kein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil bislang kein ausreichender Anfangsverdacht bezüglich einer Straftat vorliegt. Aber wir prüfen natürlich den Sachverhalt, ob irgendwelche Straftaten überhaupt in Betracht kommen." In den Strafanzeigen werden unter anderem Verstöße gegen die Jagdschutzgesetze und das Tierschutzgesetz genannt. Bereits am Montag seien die ersten vier Anzeigen eingegangen. Er gehe davon aus, dass weitere folgen werden, sagte Mayer.
(apa/red)
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