Krise in ÖGB & SPÖ: Industrieller Androsch rechnet nicht mehr mit SPÖ-Sieg bei Wahl
- "Man spürt, dass die ÖVP auf Platz 1 vorgerückt ist"
- Ex-Finanzminister ortet "Selbstzerstörungstrieb"
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Der Industrielle Hannes Androsch rechnet nicht mehr mit einem Sieg der SPÖ bei den Herbstwahlen. Die jetzige Konfiguration komme ihm "langsam vor wie eine griechische Tragödie, bei der man den Ausgang von Anfang an weiß und nichts am Ablauf ändern kann. Ich kann nur hoffen, dass sich alle rasch wieder auf eine Linie zusammenfinden", sagte Androsch zu den aktuellen Turbulenzen der SPÖ rund um den ÖGB.
Der Ex-Finanzminister ortet in der SPÖ "einen unstillbaren Selbstzerstörungstrieb". Dazu komme noch, "dass jeder Teilhäuptling in der Partei sich offenbar eine bessere Position verschaffen will". Eine Alternative zum Parteichef Alfred Gusenbauer sieht Androsch nicht, auch wenn "alle unzufrieden" seien. "Man hat nicht den Eindruck, dass alle fest entschlossen sind, gemeinsam an einem Strick in ein und dieselbe Richtung zu ziehen", so Androsch zum "Standard".
"In dieser Situation zu glauben, Erster zu werden, ist eine Illusion. Man kann höchstens noch darum kämpfen, dass der Abstand zur ÖVP möglichst gering ausfallen wird", sagte der Industrielle. Zu den Umfragen, die die SPÖ trotz der heftigen Turbulenzen nur ein Prozent hinter der ÖVP sehen, meinte Androsch: "Das ist doch alles gespielt, bitte. Man will doch einfach keine zu großen Erwartungen geweckt wissen und macht ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dass die ÖVP an den ersten Platz vorgerückt ist, spürt man, und dass das nicht weniger, sondern immer mehr wird, spürt man auch." (apa/red)
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