"profil": ORF blockiert Ausstrahlung einer Dokumentation des Kärntner Ortstafelstreits
- Sender hatte den Film "Artikel 7" selbst mitfinanziert
- Regisseurin spricht von "politischer Selbstzensur"
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Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, fordert der ORF unter Verweis auf das Objektivitätsgesetz nicht weniger als 32 Änderungen an dem von Thomas Korschil und Eva Simmler inszenierten, vom ORF selbst maßgeblich mitfinanzierten Filmessay "Artikel 7 - Unser Recht". Andernfalls könne an eine Ausstrahlung des Films nicht gedacht werden.
"Artikel 7" ist eine Montage aus Interviews und Nachrichtenbildern zum Kärntner Ortstafelstreit und zur Minderheitenpolitik des Landes seit 1955. Anfang Dezember meldete die Kulturabteilung des ORF nach dem - von hervorragenden Kritiken begleiteten - Kinoeinsatz des Films erstmals rechtliche Bedenken bezüglich einer Fernsehverwertung an: "In einigen Aspekten" widerspreche der Film "dem Rundfunkgesetz deutlich". Mitte April verständigten sich die Filmemacher mit ORF-Kulturchefin Margit Czöppan darauf, "einige wenige Stellen" umzuformulieren oder mit Gegenmeinungen zu versehen.
In dem nun vorliegenden markierten Transkript des Films werden vom ORF aber keineswegs nur die Kommentare Korschils und Simmlers beanstandet, sondern auch etliche Passagen, deren Faktizität schwer zu bestreiten ist, etwa diese: "In Kärnten wird alljährlich am Ulrichsberg mit Landespolitikern und ehemaligen SS-Angehörigen der heimgekehrten Wehrmachtssoldaten gedacht". - Für "Gegenmeinungen" zu den Aussagen von Kärntner SlowenInnen im Film werden vor allem Landeshauptmann Jörg Haider und der Kärntner Heimatdienst empfohlen. "Es steht zu vermuten", sagt Eva Simmler, "dass hinter diesen Empfehlungen vor allem vorauseilender Gehorsam steckt, der zu politischer Selbstzensur führt."
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