Samstag, 1. Juli 2006

11. Regenbogenparade: Wieder 100.000 für gleiches Recht für alle auf Wiens Straßen

  • Heuer unter dem Motto "Come together - Come out"
  • PLUS: BILDER der heurigen und der letzten Paraden

Durchaus zünftig ging es am Samstag auf der elften Regenbogenparade in der Wiener Innenstadt zu. Heuer setzten die teilnehmenden Gruppen oftmals auf heimische Folklore als Publikumsmagnet. Da präsentierten sich Blumenwagen unter dem Motto "Auf der Alm, do gibt's a Sünd'" und die Salzburger Bar "Zweistein" stattete ihren Demowagen mit Blasmusik, Dirndl und Schuhplattlern aus.

Dazu hatten sie die Münchner Formation "D'Schwuhplattler" geworben, die sich als Vertreter einer etwas anderen Leder-Fraktion in der Musikantenstadl-reifen Krachledernen präsentierten. Neben diesen großen Trucks, die ebenso von der Aids-Hilfe, den Grünen oder der SPÖ gestellt wurden, waren auch heuer wieder kleinere Preziosen und Skurrilitäten unterwegs. Ebenfalls heimatverbunden präsentierten sich etwa eine eingeschränkt feminine Kaiserin Sisi von Österreich im Fiaker und einige andere "Damen" im Rokoko-Gewand.

Ein Trupp als Würstchen verkleideter Demonstranten warb unter dem Motto "Warmes Würstchen" auf seinen Schildern für "Wurstsalat statt Ehe", während eine SadoMaso-Kutsche, gezogen von zwölf in Lack und Leder gekleideten "Sklaven", sich den Namen "Schlagartig" gegeben hatte.

Penis am Hirn
Leicht bekleidet präsentierten sich zahlreiche Teilnehmer lediglich in Körperbemalung, deren Motive von der Regenbogenfahne bis hin zum blau-weißen Emblem eines Körpercremeherstellers reichte. Wärmer dürfte da die Kostümvariante mit ganz eigener Version der "Zipfel-Mütze" ausgefallen sein, auf deren Spitze ein Gummipenis angebracht war.

Den traditionellen Abschluss des Paradenzuges bildeten die Wagen der Wiener Putzkolonne von der Magistratsabteilung 48. Ebenfalls in Regenbogenfahnen gehüllt verkündeten sie ihr Motto "Make love, not waste", das an Interessierte auch als T-Shirt-Aufdruck verkauft wurde.

Phettberg heuer nicht mit dabei
Im Demozug fehlten heuer allerdings zwei sonst klassische Teilnehmer. Hermes Phettberg, bisher zeitungslesend im Fiaker das Parademaskottchen, verzichtete heuer aus finanziellen Gründen auf die Anmietung eines Gefährts. Und das "lesbische Elfenpaar" der Grünen, Wiens Klubobfrau Maria Vassilakou und Kultursprecherin Marie Ringler, setzte heuer aus, weil Ringler wenige Tage vor der Geburt ihres Kindes steht.
(apa)

1.7.2006 17:40