Im Juni mehr Blitze als im ganzen Jahr '99: Rund 100.000 Einschläge in nur 2 Wochen!
- Meiste Einschläge wurden in der Steiermark gemessen
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Rund 100.000 Einschläge in nur zwei Wochen
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Der Juni hat es Gewitter-mäßig in sich: In den letzten beiden Juni-Wochen wurden in Österreich mit 114.000 Blitzen mehr Einschläge registriert als im gesamten Jahr 1999. Das geht aus einer Erhebung der Blitzbeobachtungsstelle "Aldis" hervor.
"Ich kann mich nicht erinnern, dass wir das in dieser Fülle in so kurzer Zeit je registriert haben", sagte Abteilungsleiter Gerhard Diendorfer im Gespräch mit der APA. 1999 waren es rund 100.000 Einschläge, ähnlich viele waren es in den vergangenen Wochen: "Wenn man das in Relation setzt mit den vergangenen Tagen, ist das schon ganz schön ordentlich." Überhaupt hat sich das heurige Blitzaufkommen eigentlich hauptsächlich in den vergangenen beiden Wochen abgespielt. Davor waren noch unterdurchschnittlich rund 15.000 Einschläge gezählt worden.
Ungewöhnlich ist für den Blitzexperten auch das Auftreten der Gewitter. Normalerweise seien diese lokal für mehrere Stunden bemerkbar, die jüngsten Häufungen seien jedoch immer "große, ausgedehnte Fronten, die über Stunden über Österreich hinwegziehen".
Die meisten Einschläge sind in der Steiermark gemessen worden, wo es vom 16. Juni bis zum heutigen Donnerstag 9.25 Uhr ganze 28.518 Mal blitzte. An zweiter Stelle folgt mit 24.724 Niederösterreich, in Tirol schlug es 17.058 Mal ein. Ganz hinten in der Rangliste liegt die Bundeshauptstadt: In Wien blitzte es laut Statistik nur 107 Mal. Vergleichsweise selten zogen die Gewitterwolken auch über Vorarlberg, wo 704 Einschläge registriert wurden.
Die "Aldis"-Statistik reicht bis zum Jahr 1992. Das bisher stärkste Jahr war 1993 mit insgesamt 222.369 Einschlägen. Die Anzahl schwankt zwischen etwa 100.000 und 200.000 Blitzen. Gemessen werden von Aldis nur die elektromagnetischen Impulse bei Blitzen, die in den Boden einschlagen. Jene, die nur von Wolke zu Wolke gehen, werden nicht erfasst. Diese machen laut Diendorfer bis zum fünffachen der am Boden auftretenden Menge aus.
Begünstigt wird die Bildung der Gewitterwolken vom zuletzt vorherrschenden heißen, feuchten Wetter. Die Entladung hat ihren Ursprung in der elektrisch geladenen Gewitterwolke, wobei der genaue Mechanismus der Ladungstrennung innerhalb der Gewitterwolke bis heute nicht vollständig geklärt sei, so "Aldis". Es wird davon ausgegangen, dass in der Wolke zwei Ladungszentren vorliegen, wobei in den oberen Regionen der Wolke positive Ladungen auf Eiskristallen und in den unteren Regionen negative Ladungen auf Wassertröpfchen zu finden sind.
Der sichtbare, hell leuchtende Blitzkanal erhitzt sich auf rund 30.000 Grad Celsius. Dies führt zu hohem Überdruck, der sich in Form einer Stoßwelle, dem Donnerknall, ausgleicht. (apa/red)
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