Freitag, 23. Juni 2006

Erholung gleich wieder weg: In Urlaubszeit herrscht Hochkonjunktur bei Einbrechern

  • Bundeskriminalamt startet Sicherheitsoffensive
  • TIPPS: So schützen Sie Ihr leerstehendes Heim!

Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen hat sich von Jänner bis Mai 2006 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um mehr als 20 Prozent reduziert, das Bundeskriminalamt (BK) warnt jedoch vor Beginn der Urlaubszeit vor einem Anstieg der Kriminalität im Sommer. Gemeinsam mit dem Werbemittelverteiler Feibra wurde am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz eine Sicherheitsoffensive präsentiert, die es Wohnungs- und Hausbesitzern leichter machen soll, ihr Heim vor ungebetenen Besuchern zu schützen.

"Wir wollen zeigen, wie leicht es ist sich, vor Einbrechern zu schützen", erklärte Michael Sika, Präsident des Kuratoriums Sicheres Österreich. Es sei dem Staat nun einmal nicht möglich, "zu jeder Wohnung einen Polizisten zu stellen", ergänzte Sika.

"Oft genügen kleine Verhaltensänderungen", meinte Herwig Lenz, Leiter des Büros Kriminalprävention und Opferhilfe. Er empfiehlt, vor allem Türen und Fenster so zu sichern, dass diese nicht mit einfachen Werkzeugen aufgebrochen werden können. Eine Alarmanlage, die auf "das Entdecktwerden des Täters abzielt und diesen verscheucht", sei ebenso sinnvoll.

"Eine belebte Wohnung schreckt ab", ergänzte Lenz. Deshalb sei es angebracht, die Rollläden nicht herunterzulassen und mittels Zeitschalter in regelmäßigen Abständen den Fernseher, das Radio und das Licht einzuschalten. Die Polizei empfiehlt auch die Kooperation mit Nachbarn, die überquellende Postkästen entleeren können.

"Die Zusteller der Feibra sind angehalten, Sackerln mit altem Werbematerial wieder mitzunehmen, wenn sie eine neue Sendung zustellen", erläuterte Franz Hausleitner, Geschäftsführer der Feibra. Damit solle verhindert werden, dass Einbrecher von mehreren Sackerln an der Tür angelockt werden. Zudem sind die Feibra-Zusteller aufgefordert, Ungewöhnliches sowie auffällige Personen in Wohnhäusern sofort zu melden.

Weiters wird die Post-Tochter in der ersten Juliwoche in Wien 300.000 Prospekte zustellen, die darüber aufklären, wie Haus oder Wohnung am Besten zu schützen sind. Diese Aktion kostet der Feibra rund 25.000 Euro. Vorerst bleibt diese Initiative auf Wien beschränkt, da die die Bundeshauptstadt nach wie vor der Hot-Spot der Wohnungseinbrüche ist.

Tipps für urlaubende Wohnungs- und Hausinhaber:

> Volle Briefkästen, zugezogene Vorhänge oder heruntergelassene
Rollläden signalisieren Einbrechern, dass niemand zu Hause ist

> Nachbarn bitten, Werbematerial vor der Tür zu entfernen und
Briefkästen leeren

> Dafür sorgen, dass in unregelmäßigen Abständen Licht eingeschaltet
wird - Zeitschaltuhren sind eine kostengünstige Lösung

> Einbruchshemmende Fenster und Türen

> Alarmanlage

(apa/red)

23.6.2006 13:04