Montag, 19. Juni 2006

Eine Kampagne gegen Kinderprostitution:
UNICEF startet Aufklärung in Sri Lanka

  • Vertreter der Reisebranche verschließen die Augen
  • Kinderprostitution erreicht ein alamierendes Ausmaß

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat am Montag eine groß angelegte Aufklärungskampagne gegen Kinderprostitution in Sri Lanka gestartet. Zwei Jahre lang will UNICEF mit Hilfe von Zeitungsanzeigen, Videoclips und Broschüren auf die dunkelste Seite des Sextourismus in dem südasiatischen Land aufmerksam machen. Die UN-Organisation schätzt, dass jedes Jahr "tausende Kinder, vor allem Buben, in der Prostitution landen". Kunden seien vor allem Sextouristen, aber auch Einheimische.

Laut dem Vorsitzenden des Fremdenverkehrsverbands, Udaya Nanayakkara, hat die Kinderprostitution ein "alarmierendes Ausmaß" erreicht: "Viele Vertreter der Reisebranche verschließen die Augen davor, dass es Sextouristen gibt, die es vor allem auf Kinder abgesehen haben. Doch bin ich zuversichtlich, dass es mit Hilfe der Aufklärung gelingen wird, dieses Phänomen zu stoppen", versicherte er. Laut UNICEF sind vor allem Kinder aus armen und vernachlässigten Randgruppen betroffen. Wer aber in jungen Jahren sexuell missbraucht werde, habe später ein Leben lang mit "schweren, manchmal sogar bedrohlichen Konsequenzen" zu kämpfen, sagte UNICEF-Kampagnenchefin Yasmin Ali Haque.
(apa/red)

19.6.2006 11:06