Donnerstag, 22. Juni 2006

Europa drängt Apple: iTunes ist für alle da!
Frankreich & Skandinavien gegen iPod-Solo

  • Verbraucherschützer wollen gegebenfalls vor Gericht
  • Nutzungsbedingungen von iTunes ebenfalls umstritten

In Europa wächst der Druck auf Apple, sein Online-Musikgeschäft iTunes so zu öffnen, dass die dort angebotenen Stücke nicht nur auf den iPods, sondern auch auf jedem anderen tragbaren Abspielgerät laufen. Verbraucherschutzorganisationen aus Norwegen, Schweden und Dänemark wandten sich an Apple und beklagten, dass das derzeitige System gegen die geltenden Gesetze verstoße. Sie gaben Apple bis zum 1. August Zeit, um darauf zu antworten. Gegebenenfalls wollen sie vor Gericht gehen.

Die norwegischen Verbraucherschützer betonten aber, sie hofften auf einen konstruktiven Dialog. Die Verbraucher hätten das Recht, selbst zu bestimmen, mit welchem Gerät sie die gekaufte Musik hören wollten, erklärte Torgeir Waterhouse, ein Berater der norwegischen Organisation.

"Apple-Gesetz" in Frankreich
Fast schon einen Schritt weiter ist Frankreich, wo das Parlament in Kürze über einen Gesetz abstimmen soll, dass alle elektronischen Geräte zur "Interoperabilität" zwingt. Apple, Sony und andere Firmen sollen ihre Kopierschutztechniken für Konkurrenten offen legen sollen, damit diese entsprechende Abspielgeräte anbieten können. Der französische Senat will diese aber deutlich lockern.

Wenig Einsicht bei Apple?
Hatte Apple das französische Gesetz noch als "staatlich unterstützte Piraterie" kritisiert, so ist der Ton inzwischen ruhiger geworden. "Wir haben einen Brief des norwegischen Verbraucherrats erhalten. Wir prüfen ihn und wir bemühen uns, die Fragen zu klären", sagte Apple-Sprecherin Natalie Kerris.

Gefesselte Kunden
Neben der auf den iPod beschränkten Nutzung der iTunes-Lieder geht es den Verbraucherschützern auch um andere Fragen. So stört es sie, dass Apple es sich vorbehält, die Nutzungsbedingungen jeder Zeit und ohne Vorwarnung zu verändern und dass es jegliche Haftung für Schäden durch sein Angebot ablehnt. "Die Konsumenten sind eindeutig der unterlegene Teil in diesem Vertrag und das an sich ist schon illegal", sagt der norwegische Ombudsmann Björn Erik Thon. (apa/red)

22.6.2006 14:02