Umstritten: Paris will heftig diskutierte Energiefusion im Dezember vollzogen haben
- Staatskonzern Gas de France und privater Wasser- und Energiekonzern Suez sollen zusammen gehen
Die französische Regierung will die umstrittene Fusion des Staatskonzerns Gaz de France (GdF) mit dem privaten Wasser- und Energiekonzern Suez zum Jahresende unter Dach und Fach haben. Nach dem gegenwärtigen Fahrplan sollte die Fusion im Dezember "komplett" sein, sagte Wirtschaftsminister Thierry Breton.
Breton hatte am Vorabend angekündigt, der Gesetzentwurf dazu werde am 28. Juni im Ministerrat eingebracht, aber erst im September vom Parlament in einer außerordentlichen Sitzung behandelt. Die Regierung will den Sommer nutzen, um die zahlreichen Kritiker im eigenen Lager noch von ihrem Vorhaben zu überzeugen.
Die Regierung von Premierminister Dominique de Villepin hatte die Fusion in die Wege geleitet, um ein mögliches Übernahmeangebot des italienischen Energieriesen ENEL rasch abzuwehren. Weil GdF vorher privatisiert werden muss, stockte das Vorhaben in Frankreich aber wegen massiver Bedenken von Parlamentariern aus der konservativen Regierungspartei UMP. Offensichtlich hatten viele unter ihnen die geplante Fusion vor allem auch wegen ihrer geballten Unzufriedenheit mit dem zu Alleingängen neigenden Premierminister in Frage gestellt.
Gegenwind bekommt die Fusion aber auch aus Brüssel. Die EU-Behörde hat schwere Wettbewerbsbedenken und deshalb eine besonders strenge Prüfung eingeleitet. Die Kommission teilte am Montag mit, sie werde bis zum 25. Oktober entscheiden, ob sie den Zusammenschluss billigt oder ablehnt. Die Wettbewerbshüter befürchten eine marktbeherrschende Position bei Strom und Gas in Belgien sowie bei Gas in Frankreich.
(apa/red)
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