Barnetta schoss Schweiz in Pole Position: Eidgenossen jetzt heiß auf Gruppensieg!
- Coach Kuhn fordert auch gegen Südkorea Erfolg
- Togos Pfister über verweigerten Elfmeter stocksauer
·Eidgenossen nehmen Achtelfinale ins Visier
Schweiz schlägt Togo hochverdient mit 2:0
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BILDER vom müden 2:0- Sieg der Eidgenossen
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Kader der Gruppe G
Frankreich, Schweiz, Südkorea und Togo
Tranquillo Barnetta hat mit seinem späten 2:0 gegen Togo das Tor für die Schweiz zum Fußball-WM-Achtelfinale weit aufgestoßen. Die Eidgenossen sind nun am Freitag am letzten Spieltag der Gruppe G in der glücklichen Lage, dass ihnen bereits ein Remis gegen Südkorea in jedem Fall zum Aufstieg genügt. Die Truppe von Köbi Kuhn will jedoch den Gruppensieg, denn so würde man Spanien, dem wahrscheinlichen Sieger der Gruppe H, aus dem Weg gehen.
Mit dem 1:0 im Rücken stand Teamchef Kuhn in Dortmund vor einer kniffligen Situation, denn ohne zu viel zu riskieren sollte noch das 2:0 her. "Ich habe den Spielern in der Pause gesagt, dass wir unbedingt das zweite Tor machen müssen", so der Erfolgscoach, der nach der Pause den starken Hakan Yakin und in der Schlussviertelstunde mit Marco Streller sowie Muro Lustrinelli (legte das 2:0 auf) zwei weitere Offensivleute ins Spiel gebracht hatte. "Ob 1:0 oder 1:1 war eigentlich egal, denn so hätten wir das letzte Spiel gegen Südkorea auf jeden Fall gewinnen müssen. Jetzt müssen wir nicht, wollen aber."
Kritik trotz Sieg: "Festival der Fehlpässe"
"Was kann ich mir mehr wünschen", fiel Kuhn nach Schlusspfiff ein Stein vom Herzen. Bei der Analyse sparte Kuhn dann aber auch nicht mit Kritik an seinen Mannen und sprach sogar von einem "Festival der Fehlpässe". "Wir haben lange Zeit unheimlich viele Fehler gemacht. Togo hat uns das Mittelfeld überlassen, wir haben diese Einladung aber nicht angenommen."
Torjubel vergessen
Für die Erlösung sorgte dann aber Barnettas 2:0. "Eigentlich hatte ich mit meinen Teamkollegen einen speziellen Torjubel geplant, aber auf den haben wir dann in der Euphorie völlig vergessen. Jetzt muss ich eben noch einmal treffen", berichtete Barnetta, der so wie seine Kollegen die einmalige Stimmung des Dortmunders WM-Stadions hervorhob. "Das hat das Frankreich-Spiel noch um Längen übertroffen."
Togos Pfister über verweigerten Elfer sauer
Togo ist nach zwei Niederlagen chancenlos, hat jedoch gegen Südkorea und die Schweiz ansprechende Leistungen gezeigt. "Natürlich sind wir nicht glücklich. Aber das gesamte Team ist hier, um zu lernen. Sie haben sich gut verkauft", resümierte Otto Pfister, dessen pfeilschneller und trickreicher Starstürmer Emmanuel Adebayor in der 35. Minute von Patrick Müller elferreif gelegt worden war. Pfister: "Mir ist es verboten die Schiedsrichter zu kritisieren. Aber so wird man doch um einige Früchte der Arbeit gebracht." Sogar Kuhn sprach von einem "klaren Elfer".
Prämienstreit für Kuhn nur "Theatercoup"
Das Riesenchaos im Vorfeld der Partie - die Togolesen wollten auf Grund des Prämienstreits als erste Mannschaft der WM-Geschichte nicht antreten - hält Schweiz-Coach Kuhn für eine Inszenierung von Pfister. "Der spielt auf allen Klavieren. Der hat die Truppe in den Sack gesteckt. Die haben das Geld schon bekommen, sie sind top motiviert in dieses Spiel gegangen. Das hat denen überhaupt nicht geschadet. Das ganze war ein Theatercoup von Otto, aber ich habe ihn schon lange durchschaut."
Pfister kann längst ein Lied darüber singen, was es heißt, Teamchef von Togo zu sein. Nicht nur die Mannschaft, sondern auch die restliche Delegation dürfte dem Deutschen das Leben recht schwer machen. "Hier sind 45 Leute, aber ich muss alles alleine machen. Es dürfen nur Leute zur WM fahren, die eine genau definierte Aufgabe haben und die sich zu hundert Prozent in den Dienst der Mannschaft stellen. Ich hoffe, der Verband lernt daraus."
(apa/red)
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