'Wird großartig, Deutschland rauszuwerfen':
Schweden nach England-Remis optimistisch
- Ungeahnte Abwehrschwächen bei Englands Löwen
- Ausfall von Michael Owen sorgt für neue Sorgenfalten
·2:2: Knappes Remis gegen die Schweden
England erspart sich das Duell mit Deutschland
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Schweden hat durch das 2:2 gegen England Selbstvertrauen für das Achtelfinale der Weltmeisterschaft gegen Deutschland getankt. "Das wird ein fantastisches Match. Es wird großartig sein, wenn wir die Deutschen in München aus dem Turnier werfen", erklärte Mittelfeldspieler Mattias Jonson nach dem letzten Spiel der Gruppe B, die das Drei-Kronen-Team hinter den Engländern auf Rang zwei abschloss.
Seinen Optimismus schöpft der 32-Jährige aus der guten Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte gegen eine im erweiterten Kreis der Titelanwärter eingestufte Elf. "England ist ein starkes Team, vielleicht sogar eines der stärksten im gesamten Turnier." Für Jonson ist es kein Nachteil, gegen den Gastgeber anstelle von Ecuador anzutreten. "Wir wissen weit mehr über die Deutschen als über Ecuador."
Etwas zurückhaltender äußerte sich sein Teamchef Lars Lagerbäck. "Bisher haben die Deutschen gut gespielt. Sie haben eine solide Abwehr und eine gute Offensive, aber wir haben unsere Chancen", sagte der Coach, der gegen die DFB-Auswahl aller Voraussicht nach wieder auf den noch angeschlagenen Zlatan Ibrahimovic zurückgreifen kann.
Auch ohne den Juventus-Star präsentierten sich die Skandinavier in der zweiten Hälfte in guter Verfassung. Vor allem nach ruhenden Bällen brannte bei den Engländern der Hut. "Wir haben Standard-Situationen zuletzt verstärkt geübt", gab Lagerbäck zu. Alles in allem habe das Spiel mit einem gerechten Remis geendet. "England war in der ersten Hälfte sehr gut. Da wollten wir den Ball zu früh gewinnen und haben viele Eins-zu-Eins-Situationen verloren. Nach dem Seitenwechsel haben wir aber uns unseren Fehlern gelernt und waren die bessere Mannschaft."
Die Schweden sind mittlerweile schon seit 1968 gegen England ungeschlagen und markierten dank des Ausgleichs zum 1:1 durch Marcus Allbäck den 2.000 Treffer in der Weltmeisterschafts-Geschichte. Henrik Larsson, der Schütze des 2:2, ist nach Pele, Uwe Seeler, Diego Maradona und Sami Al Jaber erst der fünfte Spieler, der zwölf Jahre nach seinem ersten WM-Tor wieder bei einer Endrunde traf. Außerdem ist der Goalgetter mit nunmehr zwölf Partien Schwedens WM-Rekordspieler und mit fünf Endrunden-Treffern gemeinsam mit Kennet Andersson erfolgreichster Torschütze seines Landes.
Ungeahnte Abwehrschwächen bei England
Selbst nach dem Achtelfinal-Aufstieg als Gruppensieger ist im Lager der Engländer längst nicht alles eitel Wonne. Neben dem Ausfall von Michael Owen machen Teamchef Sven-Göran Eriksson auch ungeahnte Schwächen in der Defensive Sorgen. Beide Gegentreffer beim 2:2 gegen Schweden am Dienstag in Köln entsprangen aus Standard-Situationen, in denen der Weltmeister von 1966 in der zweiten Hälfte alles andere als sattelfest wirkte.
"Normalerweise sind wir bei ruhenden Bällen stark, aber heute haben wir nicht gut verteidigt. An unserem Defensiv-Verhalten müssen wir vor dem nächsten Spiel noch arbeiten", gab der Schwede zu. "Aber das wichtigste ist, dass wir die Gruppe gewonnen haben. Das war unser großes Ziel."
Durch Platz eins in Pool B vermieden die Engländer ein Achtelfinal-Duell mit Deutschland und bekommen es stattdessen mit Ecuador zu tun. "Am Papier sieht das wie eine leichtere Aufgabe als Deutschland aus. Doch Ecuador wird gegen uns nicht mehr so schlecht spielen wie gegen Deutschland, außerdem haben sie in diesem Match wichtige Spieler geschont."
Grund zur Freude hatte Eriksson angesichts der Leistung von Wayne Rooney, der vor allem in der ersten Hälfte ein ständiger Unruheherd war, nach der Pause aber so wie seine Kollegen zurückfiel. Als er rund 20 Minuten vor Schluss ausgetauscht wurde, quittierte das der Jungstar mit abfälligen Handbewegungen und nahm schmollenden Blickes auf der Bank Platz.
Von einem Konflikt mit Rooney sei aber keine Rede, betonte Eriksson. "Ich glaube, er war eher von sich selbst enttäuscht, weil er in der zweiten Hälfte nicht so gespielt hat, wie er sich das gewünscht hätte. Ich habe ihn herausgenommen, um keine Verletzung zu riskieren", sagte der Teamchef über den 20-Jährigen, der erst kürzlich einen Mittelfußknochenbruch in Rekordzeit überwunden hatte.
Rooneys Ersatzmann Steven Gerrard hätte seine Elf fast noch zum Sieg geköpfelt, gab sich nach dem späten Gegentor aber selbstkritisch. "Richtig toll waren unsere Spiele bisher nicht." Auch "Man of the Match" Joe Cole sieht noch Steigerungsbedarf. "Ab jetzt geht es richtig los, da dürfen wir uns solche Fehler wie heute nicht mehr erlauben."
(apa/red)
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