Versöhnlicher Abschied: Polen widmete Sieg gegen Costa Rica "fantastischen Fans"
- Offensivschwäche und Unsicherheit auf beiden Seiten
- Trainer beider Teams nach WM schwer angeschlagen
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gegen Costa Rica stark
Südamerikaner siegen
in Nürnberg klar mit 3:0
Polen und Costa Rica haben in Hannover untermauert, warum sie in Gruppe A der Fußball-WM den Einzug ins Achtelfinale verpasst haben. Mit dem 2:1-Sieg in der von beiden Seiten von Verunsicherung und Offensivschwäche geprägten Partie gab es für Polen wenigstens vom Resultat her ein versöhnliches Ende, doch Polen-Coach Pawel Janas muss so wie sein Gegenüber Alexandre Guimaraes um seinen Teamchef-Posten zittern.
"Wir widmen diesen Sieg unseren fantastischen Fans", meinte Jacek Krzynowek vom deutschen Bundesligisten Bayer Leverkusen. Denn die im Vorfeld der WM geschürten Befürchtungen in Sachen Polen-Fans entpuppten sich als krasser "Fehlalarm", der Anhang war im Gegensatz zur Mannschaft mehr als WM-reif. Allein zum bedeutungslosen Abschiedsmatch pilgerten mindestens 30.000 Polen - und statt der befürchteten Randale gab es auch diesmal kollektiven Beifall bei der Hymne des Gegners und tolle Stimmung.
Ein gellendes Pfeifkonzert gab es nur für Teamchef Janas, dessen Rücktritt nach dem zweiten polnischen WM-Vorrunden-Out in Folge vehement gefordert wird. Dabei wollte Janas gegen Costa Rica eine klare Steigerung erkannt haben. "Ich bin sehr glücklich, dass die Mannschaft meine Taktik umgesetzt hat", so der ehemalige polnische Teamverteidiger.
Vor allem die Offensivschwäche der Polen, bei denen der Austrianer Arkadiusz Radomski in allen drei Partien im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kam und sein (Noch-)Austria-Kollege Sebastian Mila ebenso oft auf der Bank saß, war unübersehbar. Für die beiden einzigen Turniertreffer sorgte Verteidiger Bartosz Bosacki nach Eckbällen. Die in der Qualifikation (u.a. gegen Österreich) noch so treffsicheren Polen wie Maciej Zurawski oder Krzynowek waren ein Schatten ihrer selbst, die Nicht-Berücksichtigung von Tomasz Frankowski (sechs Quali-Treffer) erwies sich scheinbar als klassisches Janas-Eigentor.
So wie die Zukunft von Janas, könnte auch die Zukunft einiger aktueller Teamroutiniers offen sein. Doch Krzynowek meinte: "Ich persönlich mache weiter. Auch bei den anderen Spielern habe ich nichts Gegenteiliges gehört."
Costa-Rica-Trainer Guimaraes erwartet nach drei Niederlagen in drei Spielen bei der Heimkehr "einen frostigen Empfang". "Wir werden in Ruhe die Dinge analysieren", so der Teamchef, der die Entscheidung über seine Zukunft nach einem Gespräch mit der Verbandsspitze Ende Juni erwartet. Im Gegensatz zu Polen sei in Costa Rica ein Generationswechsel unausweichlich. "Diese Gegeneration hat ihre Arbeit getan und das Land zwei Mal zur WM gebracht. Jetzt ist eine neue Gruppe dran. Es wartet eine Menge Arbeit."
(apa/red)
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