Mittwoch, 21. Juni 2006

Schon 23 Punkte Vorsprung für Alonso: Bringen Nordamerika-Rennen Vorentscheid?

  • Kanada am Sonntag und eine Woche später in USA
  • Klien hat noch vier Rennen, um sich zu beweisen

Mit dem Kanada-Grand-Prix am Sonntag in Montreal sowie dem eine Woche später folgenden Rennen in Indianapolis absolviert die Formel-1 ihre zweiwöchige Nordamerika-Tournee 2006. Dabei kann sich entscheiden, ob der nach 8 von 18 Rennen und fünf Siegen mit 23 Punkten vor Michael Schumacher führende Weltmeister Fernando Alonso bereits mit einem vorentscheidenden Vorsprung zurück nach Europa kommt.

Für Alonso spricht, dass in der Formel-1-Geschichte bisher nur James Hunt einen so großen Vorsprung aufgeholt hat, als Niki Lauda 1976 auf dem Nürburgring schwer verunglückte und der Brite den Österreicher noch abfing. Aber Montreal ist kein gutes Pflaster für Alonso. In den vergangenen zwei Jahren ist der 24-jährige Weltmeister aus Spanien dort jeweils ausgefallen.

"Ich bin in Montreal überhaupt noch nie aufs Podium gekommen. Deshalb habe ich mir einen Platz auf dem Podest in Kanada schon vor der Saison als Ziel vorgenommen", sagte Alonso. 14 Mal in Serie stand der Spanier auf dem Podest. Noch fünfmal muss er unter die ersten Drei fahren, um Schumachers Rekordserie von 19 Plätzen unter den Top-Drei einzustellen.

Schumacher (37) selbst bekommt in Nordamerika seine vielleicht letzte Möglichkeit, entscheidend Boden gut zu machen. Der siebenfache Montreal-Sieger hat, hat wie immer vor diesem Rennen seinen Kanada-Urlaub mit der Familie eingelegt und gab sich zuversichtlich. Er rechnete vor dem 9. Saisonrennen vor: "Es sind noch zehn Rennen, da kann jeder noch 100 Punkte gewinnen."

Nur noch vier Rennen hat offensichtlich Christian Klien, um sich seinen Platz bei Red Bull Racing auch für 2007 zu sichern. Spätestens Ende Juli und damit beim Deutschland-Grand-Prix in Hockenheim (30.7.) wollen die "Bullen" eine Fahrerentscheidung für das kommende Jahr gefällt haben und auch bekannt geben. Laut Mateschitz-Berater Helmut Marko schlägt das Pendel aber derzeit wieder eindeutig in Richtung David Coulthard aus. Vielleicht müssen aber sogar beide Piloten gehen.

Selbst ein "Transfer" von Klien zum Schwesternteam Toro Rosso wurde zuletzt immer wieder kolportiert, auch wenn sich Team-Mitbesitzer Gerhard Berger zunächst eher ablehnend geäußert hat. Klien selbst gab sich trotz seiner bisher eher mageren Saisonbilanz mit fünf Ausfällen und nur einem WM-Punkt relativ gelassen. Immerhin hat auch das Auto den Erwartungen bisher bei weitem nicht entsprochen. "Ich darf mich nicht aus dem Konzept bringen lassen", sagte der Vorarlberger.

Im Vorjahr lief es für die "Bullen" in Montreal recht gut. Als einziges Team neben Ferrari brachte RBR beide Autos ins Ziel, sowohl Coulthard (7.) als auch Klien (8.) kamen damals in die WM-Punkteränge.
(apa/red)

21.6.2006 15:41
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