Mann in Stockholm mit Bombengürtel gestellt: Rätsel um angebliches Kidnapping
- Wohnviertel und nahegelegene Autobahn evakuiert
- Zeugen beobachteten Verdächtigen & warnten Polizei
Ein Mann mit einem Sprengstoffgürtel hat in Stockholm einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die Polizei erklärte, nach Angaben des Mannes hätten Entführer ihm den Sprengsatz angelegt. Im Vorort Tensta wurden daraufhin mehrere Gebäude geräumt, zahlreiche Straßen wurden gesperrt. Nach sechs Stunden entfernten Sprengstoffexperten den Gürtel, wie die Polizistin Diana Sundin erklärte. Er sollte kontrolliert zur Explosion gebracht werden. Es war nicht klar, ob es sich tatsächlich um eine Bombe handelte.
Passanten hatten die Polizei am Mittag auf den Mann aufmerksam gemacht. Etwa 30 Beamte umstellten den Mann, andere räumten das Gebiet im Umkreis von 400 Metern. Rund 100 Menschen mussten aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen. Sundin sagte, der Mann habe erklärt, er sei seinen Entführern nach drei Tagen Geiselhaft entkommen. Er habe einen schwarzen Kasten am Gürtel getragen, aus dem Kabel herausgeschaut hätten. Der Mann habe ängstlich ausgehen und stark geschwitzt. "Mir erschien es real", erklärte Sundin. Die Polizei suche nach den Entführern.
Der Mann wurde nach Angaben der Polizistin 1977 in Norwegen geboren, lebe aber offenbar schon länger in Schweden, da er fließend Schwedisch spreche. Der schwedische Fernsehsender TV 4 zeigte Aufnahmen von dem Mann, wie er neben einem Parkplatz auf dem Boden saß. Polizisten brachten ihm ein Glas Wasser. "Er benahm sich merkwürdig und saß einfach da und weinte", sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur TT.
Nach unbestätigten Berichten handelt es sich bei dem Mann um einen norwegischen Nationalisten, der als Informant der Polizei galt. Bei dem Kidnapping könne es sich um einen Racheakt gehandelt haben, weil er einen Kriminalfall aufgedeckt habe, vermutet der private Fernsehsender TV4. (APA/red)
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