Unerwartet hoher Kaufpreis bei Auktion: 17,3 Mio. Euro für Schieles "Herbstsonne"!
- Bild galt mehr als 60 Jahre lang als verschwunden
- Von Nazis konfisziert - erst 2006 wieder restituiert

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Nach dem Rekordpreis für Gustav Klimts "Adele" hat auch ein Werk von Egon Schiele einen unerwartet hohen Kaufpreis erzielt: Das Stillleben "Herbstsonne" wurde bei Christie's in London um 11,8 Millionen Pfund (17,3 Mio. Euro) verkauft, teilte das Auktionshaus am Dienstagabend der APA mit. Das Gemälde galt als das Top-Los der Auktion "German and Austrian Art" und war auf vier bis sechs Millionen britische Pfund (5,8 bis 8,7 Millionen Euro) geschätzt worden.
Jahrzehnte lang unauffindbar, war "Herbstsonne" 2005 von Christie's-Experten wieder entdeckt und kürzlich an die Nachkommen des früheren Besitzers Karl Grünwald restituiert worden. Zuvor hatte das Bild mehr als 60 Jahre lang als verschwunden gegolten. Zuletzt öffentlich ausgestellt gewesen war es 1937.
Die ursprünglichen Besitzer des 1914 entstandenen Stilllebens verkauften die "Herbstsonne" an Karl Grünwald, der ein Förderer Schieles gewesen war. 1938 floh er nach Frankreich - seine beachtliche Kunstsammlung wurde von den Nazis konfisziert und 1942 versteigert. Nach dem Krieg versuchte Grünwald, der im Gegensatz zu Frau und Tochter den Nazis entkam, seine Sammlung wieder zu finden. Nach seinem Tod 1964 setzten die hinterbliebenen Söhne die Recherche fort. Es gelang immerhin, 1999 die Rückgabe eines Klimt-Bildes aus dem Museum Strasbourg zu erwirken. Durch Zufall entdeckten Experten von Christie's im Rahmen einer Routine-Schätzung die "Herbstsonne".
Ein weiterer Höhepunkt der Auktion sind fünf Papierarbeiten Schieles aus der Sammlung Frederick Gerstel, die zwischen 1911 und 1917 entstanden. Dazu gehören "Moa" (1911) mit einem Schätzwert von 2,4 bis 3,2 Millionen Pfund (ca. 3,5 Mio. - 4,6 Mio.), und "Porträt eines jungen Mannes" (1912) mit einem Schätzwert von 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund (ca. 1,1 Mio. - 1,7 Mio. Euro), beides Bildnisse von Bekannten Schieles. Das Aquarell "Stehendes Mädchen" wird auf zwischen 1,8 Millionen und 2,4 Millionen Pfund (ca. 2,6 Mio. - 3,5 Mio. Euro) geschätzt. "Weiblicher Akt mit weißer Umrandung" (1911) bewegt sich zwischen 300.000 und 400.000 Pfund (ca. 430.000 - 580.000 Euro) und "Bauernhaus auf dem Hügel" (1917) kommt auf 250.000 bis 350.000 Pfund.
(apa)
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