Clearstream-Affäre: Premierminister Villepin wehrt sich jetzt juristisch gegen Vorwürfe
- Frankreich: Klagen gegen Buchautoren eingebracht
- Skandal um gefälschte Liste mit Schwarzgeldkonten
·Clearstream-Affäre: Briefschreiber geoutet
Manager nannte Politiker
mit Schwarzgeldkonten
·Misstrauensvotum gegen Premier Villepin
Druck durch Clearstream-
Affäre in Frankreich
Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin wehrt sich erstmals mit juristischen Mitteln gegen die Vorwürfe in der Rufmordaffäre um angebliche Schwarzgeldauslandskonten französischer Politiker. Wie die Regierungmitteilte, brachte Villepin Klagen "wegen Verleumdung eines Regierungsmitglieds" gegen die Autoren von zwei Büchern auf den Weg, die ihn als Schlüsselfigur in der so genannten Clearstream-Affäre sehen.
Villepin sieht sich in der Affäre um gefälschte Listen angeblicher Schwarzgeldkonteninhaber des Luxemburger Finanzdienstleisters Clearstream mit dem Vorwurf konfrontiert, geheime Ermittlungen gegen Innenminister Nicolas Sarkozy, den Chef der bürgerlichen Regierungspartei UMP, angeordnet zu haben, um belastendes Material gegen seinen parteiinternen Rivalen in die Hand zu bekommen. Später soll er Sarkozy entlastendes Material zurückgehalten haben.
"Wir können nicht hinnehmen, dass ganze Bücher 'Konstruktionen' gewidmet sind, die den Premierminister ohne Grundlage beschuldigen", sagte ein Mitarbeiter Villepins. Ziel der Klage ist der Journalist Denis Robert und dessen Publikation "Clearstream, l'enquête" ("Clearstream, die Untersuchung") sowie die Autoren Jean-Marie Pontaut und Gilles Gaetner, die das Buch "Règlements de compte pour l'Elysée" ("Abrechnung für den Elysée") geschrieben haben. Wie Villepins Pressestelle mitteilte, werden gleichzeitig die beiden Verlage Les Arènes/Julliard und Ohéditions verklagt. (apa/red)
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