Es wird eng für Elsner & Co.: Justiz führt Hausdurchsuchungen bei Ex-Bossen durch
- Justiz auf Suche nach verschwundenen Unterlagen
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Mehrere Ex-Spitzenfunktionäre des ÖGB und frühere Vorstände der durch Refco- und Karibikverluste schwer ins Trudeln geratenen Gewerkschaftsbank BAWAG haben am Mittwoch Nachmittag unerwarteten Besuch von Ermittlern bekommen. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte gegenüber der APA "mehrere Hausdurchsuchungen". Namen nannte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Walter Geyer, nicht.
Es dürfte sich nach Informationen des "Kurier" aber um Helmut Elsner, Johann Zwettler, Günter Weninger, Fritz Verzetnitsch sowie weitere frühere Vorstandsdirektoren handeln. Die Aktion der Justiz soll klären, ob es außerhalb der Bank noch Unterlagen gibt, die helfen, die BAWAG-Affäre, bei der mehr als eine Milliarde Euro verloren ging, aufzuarbeiten. In der Bank selbst ist die Dokumentation mancher Vorgänge wie berichtet äußerst dürftig.
Die Aktion war am Nachmittag noch im Laufen und sollte, so Geyer, durch voreilige Medienmeldungen nicht behindert werden. Konkreteres könnte nach Abschluss der Hausdurchsuchungen bekannt gegeben werden.
Die Hausdurchsuchung soll dem Zeitungsbericht zufolge auch einen Wiener Anwalt betreffen, bei dem die frühere BAWAG-Führung acht sensible Vorstandsprotokolle, in denen die Verluste zur Sprache kamen, hinterlegt hatte. Diese Protokolle lägen der Staatsanwaltschaft mittlerweile vor.
In BAWAG-Räumlichkeiten haben keine Hausdurchsuchungen statt gefunden. Die Ermittler haben aber in den letzten Wochen Einsicht in Unterlagen in der Bank genommen, bestätigte ein Banksprecher am Mittwoch Nachmittag. "Wir kooperieren eng mit der Aufsicht und mit der Staatsanwaltschaft. Wir haben sämtliche Türen und Bücher geöffnet", so der Sprecher. "Wir sind vollständig an lückenloser Aufklärung interessiert."
Mittlerweile wurde ein Zwischenbericht der Finanzmarktaufsicht über die Vor-Ort-Prüfung - die noch einige Monate dauern soll - auch ans Finanzministerium weitergeleitet, und auch "News" druckt in seiner neuen Ausgabe den in Auszügen bereist vor einigen Wochen veröffentlichten ersten Zwischenbericht vollinhaltlich ab.
Darin werden die milliardenschweren Karibik- und Refco-Verluste, deren Verschiebungen in Stiftungen und Briefkastenfirmen und zahlreiche Verfehlungen und Gesetzesverletzungen der ehemaligen Bankmanager aufgelistet. Es stand von Anfang an auch der Vorwurf des Bilanzschwindels (Paragraf 255, falsche Darstellung in der Bilanz, falsche Darstellung der Vermögenslage etc.) im Raum.
(apa/red)
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