Montag, 19. Juni 2006

"Wie bei der BAWAG das Abheben": ÖGB-Austrittswelle laut Hundstorfer gestoppt

  • ÖGB-Präsident entschuldigt sich bei den Mitgliedern
  • Gewerkschaftsboss will Bilanz bis Ende des Sommers

Die Anzahl der ÖGB-Mitglieder hat sich nach dem BAWAG-Skandal angeblich wieder eingependelt. "Die Austrittswelle ist massiv gestoppt wie bei der BAWAG das Abheben", erklärte ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer am Montag auf APA-Anfrage. "Wir haben bitter aus unserer Vergangenheit gelernt", stand er nicht an, sich bei den Mitgliedern "entsprechend zu entschuldigen".

Zu der aktuellen Mitgliederzahl wollte Hundstorfer bei einer Pressekonferenz keine Angaben machen. In den vergangenen Wochen dürfte es laut dem ÖGB-Chef 7.000 bis 8.000 Austritte - darunter viele Pensionisten - gegeben haben. Eine Bilanz soll Ende des Sommers vorliegen.

"Die Vergangenheit ist gelebt. Sie ist so wie sie ist", meinte Hundstorfer. Er stellte klar, dass der Schuldenstand des ÖGB bei der BAWAG P.S.K. "keine drei, sondern knapp über zwei Milliarden Euro" ausmache. "Damit müssen wir leben und fertig werden", sagte der ÖGB-Präsident.

"Wir bemühen uns, alles transparent und sauber aufzubreiten und die Zukunft neu zu gestalten", betonte er. Ziel sei ein "schlanker, effizienter, durchsetzungskräftiger ÖGB".

Dass die Stadt Innsbruck ihre Fondsveranlagung bei der Gewerkschaftsbank in der Höhe von 124 Millionen Euro. gekündigt habe, bedauerte Hundstorfer. Die Entscheidung sei für ihn nicht nachvollziehbar.

(apa)

19.6.2006 13:16