Große Nervosität vor Bush-Besuch in Wien: Insgesamt vier Bombenattrappen gefunden!
- Zwei Pakete gesprengt - Koffer im Stadtpark "Fake"
- Anrainer reagieren verärgert: "Das ist eine Komödie"
GRAFIK: Hier wurden die Bombenattrappen deponiert
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City wurde zur Festung. PLUS: Ankunft am Airport
·GRAFIK: Attrappen-Fundorte in Wien
Aufregung vor Besuch des US-Präsidenten
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Auch Nackte protestieren gegen US-Präsidenten
Kurz vor dem Bush-Besuch haben drei Bombenattrappen in Wien für einen Großeinsatz der Sprengstoffexperte gesorgt. Da zunächst unklar war, wie gefährlich die verdächtigen Konstrukte waren, wurde die Umgebung der Fundorte - Burgring, Johannesgasse und Franzensbrückenstraße - großräumig gesperrt. Zwei Pakete wurden kontrolliert gesprengt, das dritte händisch geöffnet und für ungefährlich befunden.
Gegen 10.45 Uhr wurde schließlich noch ein vierter, geöffneter Koffer auf einer Bank nahe dem Ententeich im Stadtpark entdeckt. Dieser Fund war auf den ersten Blick als Attrappe zu erkennen, so die Polizei. Die kurze Sperre der Umgebung wurde umgehend wieder aufgehoben. Im Inneren befand sich ein großer Zettel mit der Aufschrift "Gastgeschenke". Auch ein Text gefunden. Genaueres wollte Innenministeriumssprecher Rudolf Gollia aus kriminaltaktischen Gründen nicht bekannt geben. Das Schreiben beziehe sich eindeutig auf den Besuch von US-Präsident George W. Bush, habe aber keinen islamistisch-terroristischen Hintergrund.
Der- oder diejenigen, die die Bombenattrappen hergestellt und platziert haben, können - falls sie erwischt werden - wegen Vortäuschung einer strafbaren Handlung mit bis zu sechs Monaten Haft bestraft werden. Als Kavaliersdelikt sei dies nicht einzustufen, hieß es bei den Behörden.
Erster Alarm am Burgring
Gegen 7.30 Uhr hatte laut Innenministeriums-Sprecher Oberst Rudolf Gollia ein Sprengstoff kundiger Polizist am Burgring 1 in der Inneren Stadt den ersten Alarm gegeben: Ein verdächtiger Koffer war mit Klebeband an einem Elektro-Kasten angebracht. Drähte lugten heraus, eine Antenne war daran angebracht. Ein Roboter barg das Paket, legte es auf einer Grünfläche ab und brachte es um 8.55 Uhr zur Detonation. Nun zeigte sich, dass es keine echte Bombe war. Das Paket war lediglich mit Kabeln, Uhren und Batterien gefüllt.
In der Johannesgasse 31 in der City beim Hotel Intercontinental, wo US-Präsident George W. Bush absteigt, wurde um 8.06 Uhr von einem "Parksheriff" ein brauner Lederkoffer gefunden, der Kabeln und Dosen enthielt. Auch dieser wurde sicherheitshalber gesprengt.
Das dritte Paket in der Franzensbrückenstraße 2 bei der Schüttelstraße, das eine Anruferin gegen 8.00 Uhr gemeldet hatte, erschien zunächst am verdächtigsten. Es war nicht auf den ersten Blick als Attrappe ersichtlich. Ein so genanntes Sprengstoffspray, das allerdings sehr empfindlich reagiert, hatte sogar ein positives Ergebnis angezeigt, so die Polizei. Man entschloss sich zur Sprengung, die gegen 9.00 Uhr durchgeführt wurde. In dem verdächtigen Konstrukt befanden sich Drähte, Batterien und andere technische Gegenstände.
Rund um alle Fundorte wurde der Verkehr großräumig gesperrt, darunter auch die Ringlinien. Laut ÖAMTC, dessen in Richtung Johannesgasse gerichtete Büros und Schalterräume evakuiert werden mussten, trat trotz des Frühverkehrs kein Chaos ein. Vermutlich hatten viele Leute wegen des Bush-Besuchs auf ihre Autos verzichtet.
Keine erhöhte Alarmbereitschaft
Eine zusätzlich erhöhte Alarmbereitschaft nach den Bombenattrappen gibt es nicht. Das schnelle Finden der vermeintlichen Sprengkörper hätte gezeigt, wie gut die Sicherheitsmaßnahmen funktionieren, sagte Stiedl.
"Das ist ja eine Komödie"
Nach der Aufregung um drei Bombenattrappen in der Wiener Innenstadt sperrte die Polizei die Gebiete rund um Burgring, Johannesgasse und Franzensbrückenstraße großräumig ab. Anrainer und Geschäftsleute, die den Ring etwa an der Kreuzung Parkring-Schubertring-Johannesgasse überqueren wollten, fanden sich vor rot-weißen Absperrbändern wieder. "Das ist ja eine Komödie", sagte ein Anrainer. Andere gingen mit dem Besuch von US-Präsident Bush härter ins Gericht: "Die Bomben sind in den Köpfen der Amerikaner", sagte Hannes Eder, Pensionist aus Wien.
"Das ist doch alles Wichtigtuerei der Amerikaner", meinte der Simmeringer Pensionist. "Ich werde dem Weißen Haus ein E-Mail schreiben, dass wir Bush da nicht brauchen. Die Absperrung "ist natürlich eine Behinderung für alle Arbeitenden - aber bevor etwas passiert, ist das besser", sagte eine ältere Passantin zur APA. "Besser als von einer Bombe gesprengt zu werden", meinte auch ein Geschäftsmann. Teils kamen auch wüste Beschimpfungen von Passanten: "Es sind ja alle völlig wahnsinnig", rief ein Radfahrer im Vorbeifahren.
"Erfreut ist natürlich keiner", sagte ein Verkehrspolizist zur APA. "Dass alle Passanten gelassen bleiben, können wir nicht behaupten." Die Einsatzkräfte hätten für solche Fälle jedoch trainiert. Auf die Frage, wie er das Gefahrenpotenzial während des Bush-Besuchs einschätze, antwortete er nur mit "Bush" - da sei alles möglich.
(apa/red)
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