"Spart uns nicht krank": Österreichische Ärzte rechnen mit Gesundheitspolitik ab
- Kritik an besonders an Bürokratie und Bevormundung
- Mediziner drohen bei Tagung in Graz sogar mit Streik
Die österreichische Ärzteschaft rechnet mit der Gesundheitspolitik ab. "Schluss mit lustig. Es ist aus. Schluss mit Bürokratie, Bevormundung, Rechtfertigungsmedizin, Anlassgesetzgebung und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen. Es reicht!" Mit diesen Worten kritisierte beim Delegiertentag der Österreichischen Ärztekammer in Graz deren Präsident Brettenthaler die Situation im Gesundheitswesen.
Sowohl Vertreter der niedergelassenen als auch der angestellten Ärzte schlossen sich dem vehement an. Man sei empört, wie die Gesundheitspolitik mit den Ärzten umgehe und somit auch die Patienten treffe. Der Delegiertentag mit rund 420 Ärzten als Teilnehmern stand unter dem Motto "Die gefesselte Medizin - Spart uns nicht krank". Die Standesvertretung der Ärzte will damit vor allem die überbordende Bürokratie im Gesundheitssystem, finanzielle Deckelungen sowie schlechte Arbeitsbedingungen bekämpfen.
Die niedergelassene Ärzteschaft hat sowohl mit finanziellen Restriktionen bei den Kassenleistungen als auch mit den behördlichen Auflagen und mit der E-Card zu kämpfen. Auch die Spitalsärzte sind mit der Gesundheitspolitik nicht zufrieden. "Teure ambulante Leistungen werden in die Spitäler abgeschoben. Die Ärzte arbeiten dort 100 Wochenstunden und mehr", erklärte der Bundeskurienobmann Angestellte Ärzte, Dr. Harald Mayer.
Dem Delegiertentag war ein Protestmarsch von 300 Ärzten durch die Grazer Innenstadt voran gegangen. Im Laufe der Veranstaltung wurde eine Protestresolution verabschiedet, in der eine Verringerung des bürokratischen Aufwands im Gesundheitswesen und eine Sicherstellung der Finanzierung eingemahnt wird.
Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger führt die Unzufriedenheit der Ärzte vor allem auf den Umstellungsaufwand durch durch die Gesundheitsreform zurück. Von dem von den Ärzten angedrohten Streik hoffe man, dass dieser nicht komme. (apa/red)
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