Erstmals in der Geschichte der Volkspartei NÖ: Landesliste mit Frau an der Spitze
- Prokop vor Josef Pröll als "Nummer eins" nominiert
- Innenministerin sieht in Wahl eine "Richtungswahl"
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Die Volkspartei NÖ geht erstmals mit einer Frau an der Spitze in eine Nationalratswahl. Der Landesvorstand hat am Freitag einstimmig Innenministerin Liese Prokop als "Nummer eins" nominiert. Listenzweiter ist mit Landwirtschaftsminister Josef Pröll ebenfalls ein Regierungsmitglied. Das gab VP-Landesobmann Landeshauptmann Erwin Pröll im Anschluss an die Vorstandssitzung in einer Pressekonferenz bekannt.
Es habe eine "sehr kurze Diskussion" gegeben, betonte Erwin Pröll. Prokop habe nicht nur über viele Jahre ihre Sozialkompetenz in Niederösterreich unter Beweis gestellt, sie könne durch konsequente Sacharbeit auch auf große Erfolge im Innenressort verweisen. Sie werde im Wahlkampf ebenfalls "sehr gute Arbeit leisten", zeigte sich der Landeshauptmann überzeugt. Josef Pröll sei "an Jahren jung", jedoch "an politischer Erfahrung reich". Lob von Erwin Pröll erntete er etwa dafür, dass er erst in dieser Woche beim Treffen der EU-Landwirtschaftsminister in Luxemburg 3,5 Mrd. Euro für den ländlichen Raum in Österreich "herausgeholt" habe.
Prokop bezeichnete ihre Spitzenkandidatur im Land als "wirkliche Herausforderung" und betonte: "Mein Herz ist in Niederösterreich geblieben." Die kommende Wahl sei "tatsächlich eine Richtungswahl", so die Ressortchefin, die auch die komplette kommende Legislaturperiode im Amt bleiben will. "Wenn mir der Herrgott die Kraft gibt, ja", sagte Prokop am Freitag.
Für Josef Pröll steht "die erste Wahlkampagne an vorderster Front" an. Er wolle de Wahlkampf nicht nur "mit volle Energie führen", sondern ebenfalls die kommende "volle Legislaturperiode dienen". Die größte Oppositionspartei habe eine "Tour durch Österreich" veranstaltet, jetzt sei sie "auf Schleuderkurs". "Bei uns sehen sie, was 'startklar' heißt", so der Seitenhieb des Ministers auf die SPÖ.
Auf die Causa BAWAG/ÖGB angesprochen, meinte Prokop, dass "hohes Verantwortungsbewusstsein" gefragt sei. Einerseits gehe es um Arbeitsplätze, andererseits sei der ÖGB ein "wichtiger Teil der Politik". Man müsse in ein "ruhiges Fahrwasser" kommen, Fehler seien freilich aufzuzeigen. Er warne geradezu davor, dass das Thema von der ÖVP im Wahlkampf noch zusätzlich angesprochen werde, sagte Erwin Pröll. Das mache ohnedies die SPÖ, die sich "mit dem Skandal und sich selber" beschäftige. Mit den - bei Ex-ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch - gefundenen Tagebüchern zur BAWAG-ÖGB-Affäre komme "das nächste Gewitter" auf die Republik zu. Es sei daher "wichtig, dass die ÖVP staatspolitische Verantwortung trägt".
Erwin Pröll will sich nach eigenen Angaben auch im Wahlkampf "auf die Arbeit im Land konzentrieren". Er werde jedoch "das eine oder andere Mal auch bundespolitisch Stellung nehmen". Auf einen Wahltermin angesprochen, meinte Josef Pröll mit einem Augenzwinkern: "Von Anfang September bis Ende November."
Auf den Plätzen drei bis fünf der Landesliste der VPNÖ scheinen die Abgeordneten Günter Stummvoll, Michael Spindelegger und Hermann Schultes (Landes-Landwirtschaftskammerpräsident) auf. (apa/red)
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