'Mr. Saliera ist ein Muster-Häftling': NEWS über den Alltag des Robert Mang in Haft
- EXKLUSIV: Zeigt Reue - vor allem wegen der Kinder
- Verehrerinnen: "Niemand bekommt so viel Post!"
·Wien: Anklage gegen Saliera-Dieb ist fertig
Robert Mang drohen bei Schuldspruch 10 Jahre
Er ist der bekannteste Untersuchungshäftling Österreichs: Robert Mang, jener Mann, der die Saliera entwendet und die heimische Exekutive jahrelang genarrt hat. Seit seiner Verhaftung Ende Jänner steht der Wiener im Blickpunkt einer Öffentlichkeit, die vor allem zwei Fragen brennend interessieren: Warum hat der erfolgreiche Geschäftsmann die 36-Millionen-Skulptur tatsächlich gestohlen? Und: Wie verbringt der "Gentleman-Gauner" seine Untersuchungshaft in der Justizanstalt Wien-Josefstadt?
Im NEWS-Exklusivinterview berichtet ein ehemaliger Zellengenosse Mangs, wie dieser seinen Alltag hinter Gittern verbringt, welche Gedanken ihn beschäftigen - und warum er für ein kleines, goldenes Salzfass Privatleben und Beruf riskierte. Die erste Erkenntnis: Mang kümmert sich um andere, gilt als einer, der zuhören kann: "Gleich nach meiner Einlieferung hat sich Robert um mich gekümmert. Ich war vollkommen verängstigt. Er aber hat mir Mut zugesprochen", erinnert sich Wolfgang P. an seine erste Begegnung mit Robert Mang. Mehrere Wochen verbringen die beiden, gemeinsam mit sechs anderen Insassen, in Zelle Nummer 10 im Erdgeschoß des Hochsicherheitstraktes. Dort zelebriert der sportliche 50-Jährige einen strikten Tagesablauf - der bereits um fünf Uhr beginnt. Mangs Frühstück: Müsli mit Obst und Milch, da-zu ein Kaffee. P.: "Er hat sein zeitiges Aufstehen mit seinem Beruf begründet - da musste er auch immer früh raus."
Nach dem Morgenspaziergang im Hof spielt Mang Tischtennis oder geht seinem "Job" als Schreiber nach - er verwaltet die Post, die Gefängnisbibliothek und die Essensbestellungen der Insassen. P.: "Mang ist ein Musterhäftling. Er gilt als umgänglich und ruhig." Dennoch hat der stets in Designerjeans und T-Shirt gekleidete Sträfling, der mit Vorliebe Kreuzworträtsel löst und Oldies hört, auch Feinde. Wolfgang P.: "Die Wärter fassen ihn mit Samthandschuhen an, weil er so sehr im Interesse der Öffentlichkeit steht. Da gibt es natürlich Häftlinge, die ihm seinen Sonderstatus neiden. "
Gemüse und Fruchtsaft
Ein weiteres Detail aus Mangs Zellenleben: Er lebt gesund. So steht zu Mittag lediglich eine Suppe auf seinem Speiseplan. Am Abend bereitet er sich auf einer kleinen Kochplatte Gemüsegerichte aus dem Gefängnissupermarkt zu. Wolfgang P.: "Fleisch gibt es selten. Ab und zu gönnt er sich eine Tafel Schokolade." Um "nicht verrückt zu werden", wie Mang betont, stählt er täglich seinen Körper - von 15.30 bis 17.30 Uhr. Die "Fitnessgeräte": leere Putzmittelbehälter und Getränkekanister, die mit Wasser befüllt werden.
Danach liest Mang seine Post. P.: "Niemand bekommt so viel Post wie Mang." Die Absender: nahezu ausschließlich Verehrerinnen, denen der Single auch fast immer antwortet. Das Schönste für den zweifachen Vater: Post und Besuche seiner Kinder. Die Bilder der 13-jährigen Tochter und des 9-jährigen Sohnes sind die einzigen Gegenstände, die Mangs Zelle mit der Nummer 6 schmücken. Sonst verfügt Mang, der seit kurzem in einer Einzelzelle sitzt, über Bett, Tisch, Kasten und Fernseher. "Er sieht nur "Wien heute" und "Zeit im Bild". Serien und Filme sind nicht seins - bis auf "Malcolm mittendrin", eine US-Serie. Darüber kann er unglaublich lachen", so Wolfgang P.
Den Abend verbringt Robert Mang, der immer vor 22 Uhr zu Bett geht, mit Briefeschreiben und Lesen - Sachbücher ebenso wie Romane. P.: "Er ist ausgesprochen gebildet, liest fast alle Tageszeitungen. Es ärgert ihn, wenn über ihn was Falsches berichtet wird."
"Bereue mein Verbrechen"
Auch über seinen Diebstahl hat Mang mit seinem Zellengenossen gesprochen. Wolfgang P.: "Er hat erzählt, dass es eine ,bsoffene Gschicht' war. Er wollte die Saliera zuerst zurückbringen. Als er erfahren hat, wie wertvoll sie ist, hat er sich zur Erpressung entschlossen." P. bestätigt, dass Mang kurz davor war, die wertvolle Saliera einzuschmelzen: "Er wollte zuerst Goldbarren daraus machen. Einmal hat er Mails aus einem Internetshop verschickt. Zwei Minuten nachdem er draußen war, haben Zivilbeamte das Lokal gestürmt. Da hat er gewusst, dass es aus ist."
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