Dienstag, 20. Juni 2006

Nach tragischer Verwechslung nach Unfall: 18-jähriger Kärntner in St. Veit beigesetzt

  • Viele Trauergäste bei Feier am Heimatfriedhof
  • Sterbliche Überreste zuvor in Bosnien begraben

Unter großer Anteilnahme ist am Dienstag der 18-jährige St. Veiter Thomas Remschnig beerdigt worden, der nach einer tragischen Verwechslung zuerst für seinen Freund Enis gehalten und in Bosnien begraben worden ist. Nach Bekanntwerden der Verwechslung Anfang Juni wurde der Leichnam von Thomas in Bosnien exhumiert und nach Kärnten überführt.

Feuerwehrkameraden, die Mitschüler der HTL Ferlach und viele Freunde und Verwandte waren in die Ortschaft Treffelsdorf nahe St. Veit gekommen, um Abschied zu nehmen. Die Verabschiedung fand vor dem Feuerwehrhaus statt, anschließend wurde der Sarg zum Friedhof getragen. Monatelang hatten alle nach dem schweren Verkehrsunfall am 5. Februar geglaubt, Thomas sei am Leben und sein 17-jähriger Freund liege in Bosnien am Friedhof.

Die vermeintlichen Eltern besuchten ihren Sohn in der Intensivstation des LKH Klagenfurt und später in der Rehabilitationsklinik in Hermagor. Als der Bursche zu sprechen begann, gab es die ersten Zweifel der Eltern an seiner Identität, da der angebliche Thomas kroatisch redete und das Geburtsdatum von Enis als sein eigenes angab. Es dauerte aber noch wochenlang, bis diese Zweifel auch bis zur Justiz gelangten, ein DNA-Vergleich brachte schließlich Gewissheit.

Die Eltern von Enis hatten Thomas Leiche als ihren Sohn in Bosnien begraben. Nun haben seine sterblichen Überreste den richtigen Grabstein. (apa/red)

20.6.2006 20:13