Montag, 19. Juni 2006

100.000 Euro für eine FPÖ-Kandidatur?Aufregung um geplante Bankgarantie

  • Spitzenkandidaten sollen im Wahlkampf zahlen
  • Finanzielle Notmaßnahme oder bedenkliches Modell?

Für Aufregung in und außerhalb der FPÖ hat die Überlegung gesorgt, dass die Spitzenkandidaten der Freiheitlichen für die Nationalratswahl zur Finanzierung des Wahlkampfes eine Bankgarantie von 100.000 Euro übernehmen sollen. Aufgezeigt wurde der vom Bundesfinanzreferenten unterbreitete Vorschlag vom steirischen Obmann des Ringes Freiheitlicher Wirtschaftstreibender, Peter Stangl.

"Als Partei des kleinen Mannes ist man unglaubwürdig, wenn man durchschnittlichen Wert eines kleinen Eigenheims als Eintritt für Mandatsehren berappen muss", erklärte Stangl, der in der "Steirerkrone" erstmals die Pläne öffentlich machte. Auch die kleinen Funktionäre teilten seine Meinung, im Landesparteivorstand sei er aber überstimmt worden. Er halte für moralisch "zumindest bedenklich", eine aussichtsreiche Reihung für eine Kandidatur von einer Bankgarantie abhängig zu machen. "Wenn kein Geld da ist, muss man sich eben einschränken. Ein gutes Ergebnis ist auch erzielbar, wenn die Argumente stimmen", so Stangl.

Der steirische FP-Obmann Gerhard Kurzmann relativiert: "Man hat uns auf einem Haufen Schulden sitzen gelassen. Dieser Vorschlag ist als ein mögliches Modell und als einmalige Notmaßnahme vom Bundesfinanzreferenten Eduard Schock vorgestellt worden". Betroffen wären österreichweit 15 bis 20 Funktionäre, die an wählbarer Stelle kandidieren würden.

Bis zum a.o. Bundesparteitag sollte klar sein, ob dieses Modell komme, so Kurzmann. Aus seiner Warte sei die Bankgarantie, so das Modell beschlossen wird, freiwillig, er gehe aber davon aus, dass sich alle an diese Vorgabe der Partei halten, so Kurzmann.

(apa)

19.6.2006 18:58