"Twelve Stops and Home": Shooting-Stars aus Großbritannien präsentieren ihr Debüt!
- Geschickte Mischung aus Indie-Pop und Kommerz

Die englische Band The Feeling hat weder Scheu vor schmalzigen Hooklines noch vor Prog-Einflüssen und wandelt stolz an der Grenze zwischen Kommerz und Indie. Bereits am 31. Mai präsentierte die Formation aus Sussex (nur Sänger Dan Gillespie Sells kommt aus London) ihr Debüt "Twelve Stops And Home" im Rahmen eines Showcase im Wiener Club U4. "Ein guter Song muss süß und sauer sein", sagte Bassist Richard Jones vor Journalisten.
Auf die optimalen "Zutaten" für ein perfektes Stück Pop angesprochen, meinte der Musiker: "Starke Melodien, eine gute Produktion und viel Emotion. Zu viel Zuckerguss tut einem Lied nicht gut, es muss Kontraste geben. Selbst ABBA-Songs hatten oft einen sentimentalen Unterton als Gegensatz zu den kitschigen Chören, darum haben diese Nummern funktioniert."
Die weltbewegende Komponente des Rock mag längst Geschichte sein, aber vielleicht liegt das Revolutionäre heute darin, dass man "ungestraft" Mainstream und Underground mischen darf. Ein Argument, dem Jones sofort zustimmte. "Ich bin, so wie die meisten meiner Generation, in mehreren Phasen aufgewachsen - von Grunge bis Funk. Irgendwann bin ich draufgekommen, dass man sich für seinen Geschmack nicht schämen muss. Man kann Megadeth gut finden und die Beatles mögen - wo ist das Problem?" Sogar Queen wird ohne Scham als Einfluss zitiert.
Vielleicht wurzelt die Offenheit der Gruppe darin, dass die Mitglieder in der Zeit vor The Feeling in diversen Coverbands gespielt haben. "Ich kann das allen jungen Musikern nur empfehlen", betonte der Bassist. "Man lernt, wie Songs funktionieren, wann das Publikum wie reagiert. Man lernt eben sein Handwerk."
"Twelve Stops And Home" wurde von der Band selbst produziert. Jones: "Uns sind Trends egal. Als wir mit der Arbeit an den Songs begonnen haben, waren die White Stripes, übrigens eine tolle Gruppe, gerade angesagt. Alle wollten plötzlich lo-fi klingen. Da wurden in den tollsten Studios Platten aufgenommen, die klangen, als wären sie in einem Schuppen entstanden. Wir nahmen in einem Schuppen eine Platte auf, die klingen sollte, als wäre sie in einem supertollen Studio entstanden." (apa/red)
