"Dort wollen wir hin": ÖBB planen laut Huber
in den nächsten Jahren Gang an die Börse
- Nächste große Privatisierung nach Post im Entstehen
- Zuvor aber noch gröbere Umbauarbeiten vorgesehen
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Nach der erfolgreichen Privatisierung der Post könnte es in wenigen Jahren auch für die Bahn einen großen Bahnhof an der Börse geben. "Dort wollen wir hin", sagte ÖBB-Chef Martin Huber in einem Zeitungs-Interview. Aufgabe des Managements sei es jetzt, das Unternehmen so hinzutrimmen, "als ob es börsefit wäre". Zeitpunkt und Form für einen Börsegang zu bestimmen, sei dann Aufgabe des Eigentümers Staat.
Wenn der Aufsichtsrat der ÖBB-Holding kommenden Dienstag grünes Licht gibt, wird es zuvor noch einige gröbere Umbauarbeiten geben. Insbesondere zwischen der ÖBB Infrastruktur Betrieb AG und der Bau AG ist laut Bericht eine klarere Aufgabenteilung vorgesehen. In dem Zusammenhang sollen mehr als 4.000 Bauarbeiter von der Betriebs AG, in der sie bisher beschäftigt sind, in die Bau AG wechseln. Weitere Umbauten unter dem Konzerndach schließt der ÖBB-Chef laut "Standard" nicht aus.
Probleme ortet Huber bei der Integration des Postbusses in die ÖBB: "Viele haben dort nicht verstanden, dass es gewisse Konzernregeln gibt", sagte Huber zur "Presse". Dies sei auch der Grund für den Rücktritt von Personenverkehrsvorstand Wilhelmine Goldmann von der Position der Aufsichtsratsvorsitzenden des Postbusses. Gerüchte, dass er ihre Macht verringern möchte, da sie mit öffentlichen Aussagen die Konzernstrategie konterkariert habe, dementiert Huber laut Bericht.
Von dem 2.200 Kilometer langen Nebenbahnnetz sollen laut Huber nur etwa 60 Prozent weiter betrieben werden. 239 Kilometer, auf denen keine Züge mehr fahren, sollen aufgelassen werden. Weitere 385 Kilometer durch Busverkehr ersetzt werden. Denn Busse kosten laut ÖBB nur rund ein Fünftel des Schienenverkehrs und sind flexibler einsetzbar. Außerdem sollen die Schmalspurbahnen an die Länder oder Private verkauft werden. (apa)
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