Freitag, 16. Juni 2006

Pfuscher müssen Gürtel enger schnallen: Schattenwirtschaft verlor seit '04 2 Mrd €

  • Studie: Bartensteins Dienstleistungsscheck als Grund
  • International liegen unsere Pfuscher im Durchschnitt

Seit 2004 geht die Schattenwirtschaft in Österreich zurück. Heuer sollen die Pfuscher nur mehr 21 Mrd. Euro einnehmen, im Jahr 2004 waren es noch 23 Mrd. Euro. Der Anteil der Schwarzarbeit am Bruttoinlandsprodukt beträgt 9,5 Prozent, fällt somit erstmals seit 1999 unter 10 Prozent, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Johannes Kepler Universität Linz.

In Wien, wo die Schattenwirtschaft quantitativ am stärksten ist, soll die Pfusch-Wertschöpfung von 6,38 Mrd. Euro (2004) auf heuer 5,81 Mrd. sinken. In Oberösterreich, dem zweitstärksten Pfuscher-Bundesland, soll die Schattenwirtschaft auf 3,5 Mrd. Euro zurückgehen, ein Minus von 260 Mio. Euro. Im Burgenland, wo die Schattenwirtschaft am geringsten ist, sinkt die Wertschöpfung von 0,54 Mrd. Euro (2004) auf 0,48 Mrd. Euro.

Als Hauptgrund für den Rückgang in Österreich nennt die Studie die Einführung des Dienstleistungsschecks am Anfang dieses Jahres. Dieser soll laut Studie zu einer "Entlastung und Vereinfachung bei den haushaltsnahen Dienstleistungen" führen.

Meistens Bau- und Handwerksbetriebe
39 Prozent der Pfusch-Einkünfte stammen aus dem Branchen Baugewerbe und Handwerksbetriebe. Rund 17 Prozent der Erlöse werden mit haushaltsnahen Dienstleistungen wie Nachhilfe, Friseur oder Babysitten erwirtschaftet. Je 16 Prozent tragen Industriebetriebe und Dienstleistungsbetriebe zur Schattenwirtschaft bei.

Im internationalen Vergleich ist die heimische Schattenwirtschaft vergleichsweise gering ausgeprägt. Der Wert der Schattenwirtschaft gemessen am offiziellen BIP liegt in Industrieländern durchschnittlich bei 14,5 Prozent. Nur in den USA, der Schweiz und in Japan wird weniger gepfuscht als in Österreich. (APA)

16.6.2006 13:56