Montag, 12. Juni 2006

"Optimismus, wie seit Jahren nicht mehr": Wirtschaftsbarometer zeigt 'Schönwetter'

  • 'Restwolken' für WKÖ-Leitl nur bei Investitionen
  • Konsumentenvertrauen auf höchstem Wert seit 2002

Das Wirtschaftsbarometer steht auf "Schönwetter" mit einigen "Restwolken", in der Wirtschaft herrsche ein Optimismus wie in den vergangenen vier Jahren nicht mehr. Dies betonte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, bei der Präsentation des Wirtschaftsbarometers Austria 2006 (WBA). Dabei wurden 13.000 Unternehmen befragt, der Rücklauf betrug 13 Prozent.

Das Vertrauen der Unternehmen und der Konsumenten in die heimische Wirtschaft sei sehr hoch, so Leitl. Der WBA Trend Indikator habe den höchsten Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 2002 erreicht. Die gute Stimmung wirke sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt aus. So sei davon auszugehen, dass heuer 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, und die Zahl der unselbstständig Beschäftigten erstmals die Grenze von 3,3 Millionen überschreiten werde.

"Restwolken" gebe es bei den Investitionen, so Leitl. Einer der Gründe dafür sei die Zinspolitik der EZB. Diese sei eine Gefahr für die Konjunktur in der EU und in Österreich. Es sei einseitig, nur auf die Inflation zu schauen. Er verstehe die "Hysterie, die die Leute in Frankfurt befällt", nicht.

Bremsend auf die Investitionen ausgewirkt habe sich auch die Abschaffung der Investitionsprämie vor zwei Jahren. Während die Investitionen 2003 noch um 6,19 Prozent zulegte, ging dieser Wert in den Folgejahren auf plus 0,6 bzw. 0,9 Prozent zurück.

Von der Lohnpolitik erwartet sich Leitl, dass die Kaufkraft gesichert bleibe. Die Sozialpartner haben erst kürzlich sehr vernünftige Lohnabschlüsse erzielt. Es zeige sich, dass die Sozialpartnerschaft nach wie vor funktioniere. (APA/red)

12.6.2006 14:05