Dienstag, 20. Juni 2006

FIFA zahlt Prämien an die Spieler von
Togo: Unsäglicher WM-Streit damit beendet

  • FIFA: "Im Nachhinein war das Ganze nicht schön"

Der Internationale Fußball-Verband (FIFA) hat nach dem erbitterten Prämienstreit im Lager des WM-Neulings Togo die Auszahlung des Geldes an die Spieler übernommen. "Wir machen das auf Ersuchen des Verbandes", erklärte FIFA-Mediendirektor Markus Siegler am Dienstag in Berlin.

Die FIFA zweigte die Prämien einfach vom Antrittsgeld von sieben Millionen Schweizer Franken (4,49 Mio. Euro) ab. Diese Summe steht jedem WM-Teilnehmer zu. "Es ist eine Verrechnungssache", sagte Siegler. Über die Höhe der Prämie sowie über die Zahlungsmodalität und den Zeitpunkt der Auszahlung machte er keine Angaben.

"Das Problem hat sich erledigt. Togo wird zu diesem Thema keine Schlagzeilen mehr machen", meinte Siegler. Formal zahle die FIFA das WM-Antrittsgeld - darin sind eine Million Schweizer Franken (642.137 Euro) für die Vorbereitung und je zwei Millionen (1,284 Mio. Euro) pro absolviertem Spiel enthalten - im Normalfall nur an die Verbände. "Man kann es ohne Einwilligung des Verbandes nicht anders machen", erklärte der FIFA-Sprecher. Es sei aber nicht das erste Mal, dass die FIFA so eine Vermittlerrolle übernehme. "Einige ähnliche Fälle hat es zuvor schon gegeben."

Für Togo, Tabellen-Letzter der Gruppe G, geht eine turbulente WM am Freitag mit der Gruppen-Partie gegen Frankreich in Köln zu Ende. "Im Nachhinein war das Ganze nicht schön", lautete Sieglers Resümee zum unrühmlichen Gastspiel der Westafrikaner. Die FIFA hatte mit ihrer massiven Intervention und einer angedrohten WM-Disqualifikation mit dazu beigetragen, dass die Togo-Spieler von einem angekündigten Streik absahen und am Montag gegen die Schweiz (0:2) antraten.

Vor der Streikdrohung hatten die Spieler, darunter auch der Ex-Österreich-Legionär Eric Akoto, mit Funktionären ihres nationalen Verbandes die Zahlung einer Prämie von 50.000 Euro für jedes der 23 Kadermitglieder ausgehandelt. Ob sich nach der Eskalation diese Summe noch einmal verändert hat, blieb offen.

Togos Fußball-Stars hatten bereits nach dem Afrika-Cup vergeblich auf die vereinbarten Prämien gewartet. Auch vor der WM kam es zu keiner Einigung über die finanzielle Entlohnung. Entnervt hatte daraufhin der deutsche Coach Otto Pfister seinen Rücktritt erklärt, kehrte aber vor der WM-Premiere Togos gegen Südkorea auf seinen Trainersessel zurück.

(apa/red)

20.6.2006 14:59

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