Mittwoch, 14. Juni 2006

Trotz Totalausfall von Ronaldo: Brasiliens Teamchef Parreira hält an Stürmerstar fest

  • "Pummelnaldo": Medien mit harter Kritik an Angreifer
  • Laut Parreira Ronaldo auch im nächsten Spiel gesetzt

Die Befürchtungen über den Zustand von Brasiliens Stürmerstar Ronaldo haben sich am Dienstagabend in Berlin erfüllt. Der im Vorfeld der WM als "Pudding" und "Disco-König" von den Medien hart kritisierte Torschützenkönig der WM 2002 leistete sich im Auftaktmatch gegen Kroatien (1:0) einen Totalausfall. Die deutsche "Bild" taufte den 29-Jährigen daraufhin sogar kurzerhand in "Pummelnaldo" um.

Dennoch stellte sich Teamchef Carlos Alberto Parreira nach dem Schlusspfiff vor den Real-Angreifer und sprach diesem auch für das Sonntagsspiel gegen Australien einen Platz in der Startelf zu: "Ronaldo wird von Beginn an spielen. Er muss seinen Rhythmus finden. Er ist ein Spieler, der ein Spiel entscheiden kann."

Parreira verwies darauf, dass Ronaldo auf Grund seiner Serie von kleineren Verletzungen seit zwei Monaten kein Pflichtspiel bestritten hatte. "Daher ist es kein Wunder, dass er schwerfällig wirkte. Und die hohen Temperaturen haben auch nicht wirklich geholfen."

Nach einer indiskutablen Leistung, die ein wenig an das WM-Finale 1998 (0:3 gegen Frankreich) erinnerte, wurde Ronaldo in der 69. Minute unter einem gellenden Pfeifkonzert ausgewechselt und durch Robinho ersetzt. Den Großteil seiner Einsatzzeit hatte er stehend verbracht, zudem unterliefen ihm ungewöhnliche Fehler bei der Ballannahme. Bei seiner einzigen gefährlichen Aktion Anfang der zweiten Spielhälfte hätte er allerdings beinahe das 2:0 erzielt.

Goldtorschütze Kaka drückte sich bezüglich Ronaldo nobel aus: "Ein bisschen mehr Bewegung von ihm wäre ideal für uns." Austria-Tormann Joey Didulica konnte über die herbe Kritik an Ronaldo nur lächeln. "Er wird auch bei dieser WM seine drei, vier Tore machen. Ronaldo ist ein spezieller Typ, wenn er am Ball ist, dann brennt der Hut." (apa)

14.6.2006 14:41