Auch Portugal steht fix im WM-Achtelfinale:
Figo, Deco & Co. bezwingen den Iran mit 2:0!
- Asiaten scheitern erneut in der Vorrunde einer WM
- Knaller von Deco brachte Portugal auf Siegerstraße
·ALLE BILDER von Portugal gegen Iran!
Figo, Deco & Co. nach 2:0-Sieg im Achtelfinale
·GRUPPE D: Portugal - Brasilianer Europas
Wenig Schwächen: Top
in Kreativität und Abwehr
·GRUPPE D: Iran - Aus in der Gruppenphase
Traum vom Aufstieg war nach 2. Spiel geplatzt
·WM-Teams: Alle
Kader der Gruppe D
Mexiko, Iran, Angola und Gruppenfavorit Portugal
Portugal steht im Achtelfinale der Fußball-WM, und Deutschland bleibt ein Besuch von Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinejad erspart. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse nach dem verdienten, aber etwas mühsamen 2:0-(0:0)-Sieg der Portugiesen über die Iraner am Samstagnachmittag in Frankfurt am Main. Die Treffer für den Vize-Europameister, der erstmals nach 40 Jahren (Platz drei 1966 in England) wieder die K.o.-Phase einer WM erreicht hat, erzielten Deco mit einem herrlichen Weitschuss aus 20 Metern und Cristiano Ronaldo per Elfer (80.).
Während das Team von Brasiliens Erfolgscoach Luiz Felipe Scolari, der sein Heimatland vor vier Jahren in Südkorea und Japan zum WM-Titel führte, nun am 21. Juni (16 Uhr) gegen Mexiko lediglich ein Remis zum Sieg in der Gruppe D benötigt, geht es für den Iran im Parallelspiel gegen die Angolaner nur noch um Schadensbegrenzung. Die Afrikaner haben hingegen nach dem 0:1 gegen Portugal und dem 0:0 gegen die Mittelamerikaner noch eine Mini-Chance auf das Achtelfinale.
Iran wieder in der Vorrunde gescheitert
Ursprünglich mit dem Ziel angetreten, bei der dritten WM-Teilnahme erstmals die Gruppenphase zu überstehen, setzte es für die iranische Mannschaft unter ihrem kroatischen Trainer Branko Ivankovic auch im zweiten Match eine verdiente Niederlage, womit das schlechteste Endrunden-Abschneiden droht: 1978 in Argentinien schafften die Iraner gegen Schottland ein 1:1, 1998 in Frankreich sogar einen 2:1-Triumph über die USA, den politischen Erzfeind des Regimes der Islamischen Republik.
Doch egal wie das letzte Match ausgehen wird, die Tage von Ivankovic als Teamchef sind nach dem vorzeitigen WM-Out gezählt. Sein Vertrag, der nach der Endrunde in Deutschland ausläuft, wird nun sicher nicht verlängert.
Portugal dominierte über 90 Minuten
Portugal übernahm von Beginn an das Kommando gegen die extrem defensiv eingestellten Iraner, die ohne ihren Kapitän Ali Daei, der gegen Mexiko schwer enttäuscht hatte, antraten. Scolari nahm gleich drei Änderungen in der Startelf gegenüber dem Angola-Arbeitssieg vor, brachte anstelle von Tiago, Simao Sabrosa und Armando Petit im Mittelfeld Constinha, Maniche und Deco, der in Minute 13 den ersten Warnschuss abgab, doch Irans Tormann Ebrahim Mirzapour drehte den Ball mit einer Glanzparade über die Latte.
Auch Portugals Schlussmann Ricardo war nach einer Mahdavikia-Freistoß-Flanke auf dem Posten und klärte per Faustabwehr vor dem Kopf von Vahid Hashemian. Und da auf der Gegenseite ein Kopfball von Cristiano Ronaldo sowie ein Miguel-Schuss aus kurzer Distanz ebenfalls nicht den Weg ins Tor fand, ging es torlos in die Pause.
Deco mit 20-Meter-Hammer erfolgreich
Nach dem Wechsel war Irans Abwehrriegel dann in Minute 63 aber chancenlos: Der gebürtige Brasilianer Deco zog nach Figo-Vorlage aus 20 Metern genau ins Kreuzeck ab und besorgte damit die verdiente Führung für die Portugiesen.
Durch den Rückstand waren die Iraner gezwungen, mehr für die Offensive zu tun, und kamen prompt zu Ausgleichschancen: Nach einem 60-Meter-Traumpass von Kapitän Yahya Golmohammadi ging der Schuss des eingewechselten Stürmers Rasoul Khatibi knapp am langen Eck vorbei (69.), und nach einer Zandi-Maßflanke scheiterte Hashemian per Kopf an Ricardo (78.). Im Gegenzug fiel die endgültige Entscheidung zu Gunsten von Portugal. Nach einem Foul von Yahya Golmohammadi an Figo (78.) verwertete Cristiano Ronaldo souverän den fälligen Elfer zum 2:0-Endstand (80.), der Portugal den Aufstieg unter die letzten 16 sicherte.
Deco: "Können jeden schlagen"
Deco hat nach dem 2:0-Sieg große Töne angeschlagen. Bei einer Pressekonferenz sagte er, Portugal "könne jeden schlagen". "Alle Mannschaften sind gleich, keine ist überdurchschnittlich, alle spielen auf dem gleichen Level", so Deco. Der Spieler des FC Barcelona glaubt, dass sein Team auf dem richtigen Weg ist.
PORTUGAL - IRAN 2:0 (0:0)
Frankfurt am Main, 47.000 Zuschauer, Schiedsrichter Eric Poulat (Frankreich).
Tore: 1:0 (63.) Deco, 2:0 (80.) C. Ronaldo (Elfmeter)
Portugal: Ricardo - Miguel, Carvalho, Meira, Nuno Valente - Costinha, Maniche (67. Petit) - Figo (88. Simao), Deco (80. Tiago), C. Ronaldo - Pauleta
Iran: Mirzapour - Kaebi, Razaei, Golmohammadi (88. Bakhtiarizadeh), Nosrati - Nekounam, Teymourian - Mahdavikia, Karimi (65. Zandi), Madanchi (66. Khatibi) - Hashemian
Gelbe Karten: Pauleta, Deco, Costinha bzw. Nekounam, Madanchi, Kaebi, Golmohammadi
(apa/red)
