Freitag, 16. Juni 2006

Haselbacher wieder nicht bei der Tour de France: Gerolsteiner verzichtet auf Sprinter

  • Trotz starker Bilanz wurden Berg-Asse bevorzugt
  • Totschnig einer der Kapitäne - Auch Wrolich nominiert

Das deutsche Team Gerolsteiner hat sein neunköpfiges Aufgebot für die Tour de France bekannt gegeben. Wie bereits im vergangenen Jahr steht der Burgenländer Rene Haselbacher nicht im Kader für das größte Radsport-Event des Jahres. Mit Vorjahres-Etappensieger Georg Totschnig und dem Kärntner Peter Wrolich sind dennoch wie erwartet zwei Österreicher für Gerolsteiner dabei.

Totschnig ist neben dem US-Amerikaner Levi Leipheimer einer der Kapitäne und hat sich einen Spitzenplatz in der Gesamtwertung zum Ziel gesetzt. "Wir werden Leipheimer und Totschnig bei ihrem Versuch, dem Podium der Tour de France nahe zu kommen, bestmöglich unterstützen", begründete Teamchef Hans-Michael Holczer die Kader- Bekanntgabe. "Nach den Leistungen bei der Dauphiné Libere und der Tour de Suisse haben wir den Entschluss gefasst, die Fraktion der bergfesten Arbeiter zu verstärken."

Diesem Entschluss dürfte Haselbacher zum Opfer gefallen sein, der als sprintstarker Allrounder gilt. Der 28-Jährige, der 2003 und 2004 für Gerolsteiner an der Frankreich-Rundfahrt teilgenommen hatte, befindet sich im Kreis der Ersatzfahrer in prominenter Gesellschaft. Auch Gerolsteiner-Topsprinter Robert Förster steht nicht im engeren Team. Aus der laufenden Tour de Suisse ist Haselbacher bereits ausgeschieden.

In der vergangenen Saison hatte der Wahl-Wiener fix mit einer Nominierung für die "Große Schleife" gerechnet, war nach seiner Ausbootung schwer enttäuscht.

Heuer verwies Haselbacher darauf, dass er in der laufenden Saison einen sportlich starken Eindruck gemacht hatte. "Jetzt ist es halt wieder wie im letzten Jahr gelaufen. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass ich mich in dieser Saison bisher sehr gut präsentiert habe", meinte der Burgenländer, der 2006 konstant zu Etappenplatzierungen in den Top Ten gefahren ist. Insgesamt waren es 13 an der Zahl.

"Das ist eigentlich keine schlechte Bilanz", meinte Haselbacher. "Ich habe gezeigt, dass ich es drauf habe, aber die Teamtaktik ist eben voll auf die Gesamtwertung um Leipheimer und Totschnig ausgerichtet."

(apa/red)

16.6.2006 13:19