Mittwoch, 14. Juni 2006

Trotz zweiter Liga genug Geld? Juve auch im Relegationsfall bei Sponsoren gefragt!

  • "Juve hat 10 Mio. Fans, die mit in die Serie B gehen"
  • Ausgabenreduktion soll Erlöseinbußen kompensieren

Der Korruptions-Skandal im italienischen Fußball könnte für Meister Juventus Turin mit dem Zwangsabstieg in die Serie B ein schlimmes Ende nehmen. Doch selbst das "Worst-Case"-Szenario würde scheinbar nur wenige Sponsoren verschrecken, die meisten Geldgeber mit Juve auch den Weg in die zweite Liga bestreiten. Finanzielle Einbußen könnten durch die Reduktion der Ausgaben (Spielergehälter) einigermaßen kompensiert werden.

"Die Haupteinnahmequelle von Juventus sind die TV-Rechte. Wenn sie diese verlieren würden, wäre das ein massiver Schlag", befürchtet Harry Philp von Hermes Sports Partners, einem internationalen Sportvermarkter. "Der ökonomische Auswirkungen bei einem Abstieg wären enorm", ergänzte Giorgio Brenna, Geschäftsführer des italienischen Werbeunternehmens Leo Burnett.

Tatsächlich wollen sich Partner der "Alten Dame" aber nicht so schnell von ihr trennen. "Juventus hat 10 Millionen Fans und was ein echter Fan ist, geht mit dem Team auch in die Serie B", erklärte Fedele Confalonieri, der Chef des TV-Unternehmens Mediaset, das mit dem Turnier Klub einen ab der Saison 2007/08 gültigen Zwei-Jahres-Vertrag über 218 Millionen Euro abgeschlossen hatte. Der derzeitige Rechtehalter Sky will die kommenden Entwicklungen abwarten, ehe man eine Entscheidung trifft.

Neue Führung
Der Rekordmeister hat eine neue Führung ernannt. Verwaltungsratsvorsitzender wird nach dem Willen von Juves Hauptaktionär, der Finanzholding Ifil unter Kontrolle der Turiner Unternehmerfamilie Agnelli, der Manager Giovanni Cobolli Gigli.

Dem neunköpfigen Gremium soll außerdem der ehemalige Juve-Spieler und Weltmeister von 1982, Marco Tardelli, angehören. Der 51-Jährige, der vor 24 Jahren in Spanien im Finale gegen Deutschland (3:1) das Tor zum 2:0 erzielt hatte, wird sehr wahrscheinlich den Posten des im Soge des Absprachenskandals zurückgetretenen Juve-Sportdirektors Luciano Moggi übernehmen.

"Nach einem sehr traurigen Kapitel unserer Geschichte schlagen wir heute ein neues Kapitel auf", sagte Fiat-Top-Manager John Elkann am Mittwoch in Turin. Die Entscheidung muss allerdings noch Ende Juni von den Aktionären abgesegnet werden. Die Agnelli-Investoren kontrollieren 60 Prozent der Juve-Aktien.

(apa/red)

14.6.2006 18:12