Mittwoch, 14. Juni 2006

Nach siebenstündiger Operation: NFL-Star Roethlisberger kann Spital bald verlassen

  • NFL-Superstar verunfallte mit Motorrad - ohne Helm
  • Von allen Seiten große Anteilnahme für Quarterback

American-Football-Star Ben Roethlisberger kann das Spital vermutlich schon in drei bis fünf Tagen verlassen. Der Zustand des 24-jährigen Quarterbacks der Pittsburgh Steelers, der am Montag in Pittsburgh mit dem Motorrad verunglückt und danach sieben Stunden lang operiert worden war, hat sich stark verbessert. Der behandelnde Arzt sagte, Roethlisbergers Hirn arbeite normal, er sei wach und ansprechbar. Roethlisberger erhole sich in Anwesenheit seiner Familie.

Roethlisberger hatte die Pittburgh Steelers vergangenen Februar als jüngster Quarterback in der Geschichte der National Footbal League (NFL) zum 21:10-Erfolg in der Super Bowl über die Seattle Seahawks geführt. Bei dem Unfall hatte Roethlisberger u.a. einen Kieferbruch erlitten und fast alle Zähne verloren. Der Football-Hüne hatte allerdings wie so oft keinen Sturzhelm getragen und mit seinem Kopf die Windschutzscheibe eines Autos zertrümmert.

Zum Unfall kam es, weil eine 62-jährige Autolenkerin links abgebogen war und dem entgegenkommenden Roethlisberger den Weg abgeschnitten hatte. "Big Ben" flog in die Windschutzscheibe des Autos, wurde hoch in die Luft geschleudert und landete daraufhin mit dem Kopf voran auf dem Asphalt.

Eine Passantin, die alles beobachtet hatte, befürchtete im ersten Moment, dass der reglos am Boden liegende Motorradfahrer beim Unfall sein Leben gelassen hatte. In Pennsylvania ist das Tragen von Helmen seit dem 4. September 2003 nicht mehr Pflicht. Ben Roethlisberger fuhr sowohl mit seiner Harley als auch mit seiner Suzuki Hayabusa, mit der er verunfallte, immer helmlos.

Obwohl die Pittsburgh Steelers davon wussten, existiert im Vertrag mit dem Superstar keine Klausel für einen derartigen Unfall. Coach Bill Cowher unterbrach am Montag seine Ferien und reiste nach Pittsburgh, um Roethlisberger nach der Operation im Spital zu besuchen. Steelers-Präsident Art Rooney II meinte, die Klub-Angehörigen wären von Meldungen über Roethlisbergers Zustand ermutigt: "Wir beten für seine komplette Genesung." (apa/red)

14.6.2006 12:43