Samstag, 17. Juni 2006

Prinz im Gefängnis: Spielbank-Affäre bringt Italiens Königs-Sohn hinter Gitter

  • Vorwurf: Schmutzige Spielbank-Geschäfte & Sex
  • 69-Jähriger bei Como verhaftet, im Süden inhaftiert

Ein Prinz im Gefängnis: Die Festnahme von Viktor Emanuel von Savoyen, Sohn des letzten italienischen Königs, wegen Verwicklung in schmutzige Spielbank-Geschäfte erschüttert ganz Italien. Zudem ziehen die Ermittlungen wegen Betrugs, Glücksspiels und Ausbeutung von Prostitution immer weitere Kreise.

Wie das staatliche italienische Fernsehen meldete, ist auch der ehemalige bulgarischen König Simeon II. in die Ermittlungen verwickelt. Der Adelige aus dem Hause Sachsen-Coburg-Gotha, der von 2001 bis 2005 in Sofia Ministerpräsident war, ist ein Vetter Viktor Emanuels.

Dutzend Verdächtige in Haft
"Spielautomaten, Geschäfte und Sex, er war der Anführer", titelte die angesehene Zeitung "Corriere della Sera" am Samstag. Insgesamt seien rund ein Dutzend Verdächtige in Haft oder in Hausarrest, gegen ein weiteres Dutzend werde ermittelt. Verwickelt sei auch der Sprecher des ehemaligen Außenministers Fini. "Es handelt sich um Millionen-Geschäfte" im Kasino-Milieu, schreibt die Zeitung. Es gehe dabei auch um den Verdacht der Geldwäsche, illegale Spielautomaten seien bis nach Russland und Libyen verkauft worden.

Der 69-Jährige Viktor Emanuel war in der Nähe des Comer Sees in Norditalien festgenommen worden. "Ich bin total bestürzt", sagte sein Sohn Emanuele Filiberto. Anschließend wurde Viktor Emanuel mit einer Polizeieskorte durch das ganze Land bis ins Gefängnis von Potenza im Süden gebracht.

Viktor Emanuel war erst vor vier Jahren mit seiner Ehefrau Marina Doria und seinem Sohn nach 56 Jahren Exil nach Italien zurückgekehrt. Er ist der Sohn des letzten italienischen Königs Umberto II., der nach dem Zweiten Weltkrieg abdanken musste, weil das Königshaus sich mit Diktator Mussolini eingelassen hatte. (APA)

17.6.2006 16:40