"Rissaga" schlägt wieder zu: Riesige
Flutwelle verwüstet Hafen auf Menorca
- 30 Boote gesunken und 100 weitere beschädigt
Eine gewaltige Flutwelle hat im Hafen von Ciutadella auf der spanischen Ferieninsel Menorca schwere Sachschäden verursacht. Rund 30 Boote seien gesunken und 100 weitere beschädigt worden, berichtete die örtliche Presse am Freitag. Verletzte habe es nicht gegeben. Mehrere Gaststätten und Wohnhäuser im Hafen seien unter Wasser gesetzt worden. Binnen kurzer Zeit war der Meeresspiegel um bis zu vier Meter gestiegen.
Dieses Phänomen ist auf Menorca als "rissaga" bekannt und tritt nur in der fjordähnlichen Bucht von Ciutadella im Westen der Insel auf: Wenn mehrere meteorologische Faktoren zusammenkommen, darunter hoher atmosphärischer Luftdruck, wird das Wasser aus der Bucht regelrecht herausgesaugt und kehrt dann als Riesenwelle zurück.
Die Flutwelle von Donnerstagabend sei die schwerste seit mehr als 20 Jahren gewesen, sagte Hafendirektor Miquel Truyol. Als der Wasserspiegel plötzlich absank, hätten die Boote praktisch auf dem Trockenen gelegen. Im nächsten Augenblick seien sie dann von einer gewaltigen Welle erfasst worden. "Dies ist ein Desaster, eine Katastrophe", beklagte Bürgermeister Llorenç Brondo angesichts der Verwüstungen. Am 21. Juni 1984 hatte eine "rissaga" in Ciutadella Millionenschäden angerichtet.
(apa)
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