"Erbe des Slobodan Milosevic": Für Busek wird Serbien mittelfristig Kosovo verlieren
- EU-Sonderkoordinator geht von Unabhängigkeit aus
- Serbien solle "selbstverständlich" EU-Mitglied werden
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Der Sonderkoordinator der Europäischen Union für den Südosteuropa-Stabilitätspakt, Erhard Busek, geht davon aus, dass nach Montenegro auch die von der UNO verwaltete Provinz Kosovo von Serbien unabhängig wird. "Ich glaube, dass Serbien mittelfristig auch das Kosovo verlieren wird", sagte Busek gegenüber der "Berliner Zeitung".
Das serbische Angebot einer weitestgehenden Autonomie komme einige Jahre zu spät. Die Verantwortlichen in Belgrad "müssen endlich akzeptieren, dass sie das Erbe des Slobodan Milosevic zu bewältigen haben", sagte Busek. Die Unabhängigkeit von Montenegro und erst recht des Kosovo seien Dinge, die ihnen Milosevic hinterlassen habe.
Die EU müsse aber nach Wegen suchen, um Serbien eine Perspektive zu bieten. Diese besteht nach Buseks Worten in einer vollen Integration in die europäischen Strukturen. Auf die Frage, ob Serbien Mitglied der EU werden solle, antwortete Busek: "Selbstverständlich."
Luxemburg und Griechenland erkennen Montenegro an
Unterdessen hat Luxemburg Montenegro offiziell anerkannt. Das Großherzogtum folgte damit einer Empfehlung der EU-Außenminister vom Montag, die allen 25 EU-Staaten zur völkerrechtlichen Anerkennung des neuen Staates geraten hatten. Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker erklärte in einem Schreiben an seinen montenegrinischen Amtskollegen Milo Djukanovic, beide Regierungen hätten Interesse an "einem stabilen und prosperierenden Montenegro, das sich auf dem Weg zur Mitgliedschaft in der Familie der europäischen Nationen befindet".
Auch Griechenland hat Montenegro als souveränen Staat anerkannt. Griechenland werde demnächst sein Konsulat in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica zur Botschaft aufwerten. Griechenland, das bisher einzige EU-Mitglied im Südosten Europas, werde den neuen Balkanstaat unterstützen, die Demokratie zu festigen. Zudem werde Griechenland dem neuen Balkanstaat helfen, näher an die EU zu kommen, hieß es.
(apa/red)
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