US-Präsident Bush sieht Realität ins Auge: Baldiges Gewalt-Ende im Irak "unmöglich"
- Bush befürchtet weitere schwere Zeiten für Army
- US-Präsident warnt weiters vor zu hohe Erwartungen
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US-Präsident George W. Bush glaubt nicht daran, dass die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Irak bis zum Ende seiner Amtszeit Anfang 2009 beendet sein werden. "Wenn man als Kriterium ansetzt, dass es keine Gewalt mehr gibt, dann ist dieses Kriterium unmöglich zu erfüllen", sagte Bush am Dienstag auf dem Rückflug von Bagdad an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor mitreisenden Journalisten.
Bush warnte davor, zu hohe Erwartungen an die Entwicklung im Irak zu haben. Ein Kriterium, das die neue irakische Regierung seiner Ansicht nach erfüllen kann, ist die Schaffung von Vertrauen beim irakischen Volk. "Ich glaube aber nicht, dass die irakische Regierung das vollständige Ausbleiben von Gewalt garantieren kann", fügte Bush hinzu.
Auf die Frage, ob er sich einen künftigen Irak-Besuch ohne die bisher übliche absolute Geheimhaltung vorstellen könne, sagte der Präsident: "Ich hoffe es. Ich hoffe, dass sich die Sicherheitslage bessert."
Der US-Präsident gab außerdem bekannt, dass er bei dem Treffen mit der irakischen Regierung am Dienstag in Bagdad persönlich die Ahndung von Fehlverhalten der US-Truppen zugesichert habe. Eine irakische Ministerin habe bei dem Treffen Bedenken wegen Menschenrechtsverletzungen vorgebracht, berichtete Bush. "Ich habe ihr zugesichert, dass der US-Botschafter bei allen Beschwerden mehr als bereit zum Zuhören ist und dass es eine Untersuchung geben wird."
Er habe seine Gesprächspartner darauf hingewiesen, dass es nach den Misshandlungen von Gefangenen in der Haftanstalt Abu Ghraib durch US-Personal Ermittlungen und Bestrafungen gegeben habe. Die Übergriffe von Abu Ghraib bezeichnete Bush als "trauriges Kapitel".
Bush warnte vor weiteren schwierigen Zeiten
US-Präsident George W. Bush hat bei seinem Überraschungsbesuch im Irak am Dienstag vor schwierigen Zeiten gewarnt. "Uns erwarten harte Tage und weitere Opfer, sowohl für die Amerikaner als auch für die Iraker", sagte der US-Präsident, zeigte sich aber auch vorsichtig optimistisch. Er glaube, dass es einen starken Willen gebe und dass der Wunsch greifbar und stark sei, die Bedürfnisse des irakischen Volkes zu befriedigen.
Die US-Truppen sieht er weiter in der Offensive: "Wir werden weiterhin Menschen wie Herrn Zarqawi jagen und sie der gerechten Strafe zuführen", sagte Bush unter dem Applaus der US-Truppen. Der Anführer der irakischen Al-Kaida, Abu Musab al-Zarqawi, war vor wenigen Tagen getötet worden. "Amerika ist sicher. Die Welt ist besser dran", sagte Bush vor Soldaten und Mitarbeitern der US-Botschaft in der Hauptstadt Bagdad, bevor er in die USA zurückreiste.
Es war Bushs zweiter Irak-Besuch seit dem US-geführten Einmarsch in das Land. Nur wenige Tage nach Zarqawis Tod traf er den irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki und sagte ihm weiter Unterstützung zu. Zuvor hatte Bush auf seinem Landsitz Camp David im US-Bundesstaat Maryland mit seinem Kriegskabinett über die weitere Strategie für den Irak beraten.
(apa)
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