Wie schlimm ist ÖGB-Finanzkrise wirklich? Foglar sieht die Lage "äußerst angespannt"!
- Metaller-Chef will aber nicht von Konkurs reden
- 'Bawag-Verkauf abwarten & Lage nüchtern bewerten'
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Der Vorsitzende der Metaller-Gewerkschaft, Erich Foglar, sieht die finanzielle Lage des ÖGB nach dem Turbulenzen um die BAWAG "äußerst angespannt". Von Konkurs oder ähnlichem zu reden, sei aber nicht angebracht, meinte der kurzzeitige Finanzchef des ÖGB. Zunächst müsse man den Verkauf der BAWAG abwarten und die Bewertung der Liegenschaften, erst dann sei eine seriöse Beurteilung möglich, spricht sich Foglar für eine "nüchterne Betrachtung" der Lage aus.
Nichts Neues bedeuteten für den Metaller-Chef die medial erst jetzt bekannt gewordenen Zusatz-Schulden des Gewerkschaftsbunds, die in etwa dem Kaufpreis für die P.S.K. entsprechen: "Die Zahlen sind uns der Höhe nach schon seit Längerem bekannt." Das sei ja letztlich auch der Grund gewesen, warum man zum Bund gegangen sei und um Unterstützung gebeten habe: "Sonst hätten wir uns den Weg ja ersparen können."
Ob noch weitere Leichen rund um die BAWAG im Keller liegen, wollte Foglar "aus der Erfahrung der Vergangenheit heraus" nicht ausschließen. Allerdings glaubt er eher nicht daran: "Im Grunde genommen gibt es seit ein paar Wochen nichts Neues."
An wen die BAWAG verkauft werden soll, wollte Foglar, der die Aufarbeitung der Bankenaffäre für den ÖGB weiterhin gemeinsam mit dem neuen Finanzchef Clemens Schneider betreut, nicht beurteilen. Er sei von Beginn an immer dafür eingetreten, die best mögliche Lösung zu erreichen - und um das zu erzielen, dürfe man niemanden ausschließen, hält er sowohl in- als auch ausländische Käufer für möglich.
Einen Personalabbau zur finanziellen Konsolidierung des Gewerkschaftsbunds hält Foglar für unbedingt notwendig, glaubt aber, dass man mit dem natürlichen Abgang auskommen wird. Allerdings wird von den Gewerkschaftsmitgliedern Flexibilität verlangt: "Jeder muss so flexibel sein, dass er den Arbeitsplatz wechselt." Freilich würden dabei keine extremen Jobänderungen verlangt. Wer jetzt für Rechtsschutz zuständig sei, werde künftig sicher nicht im Reinigungspersonal beschäftigt.
Abgelehnt wird vom Metaller-Chef eine Auflösung der Teilgewerkschaften, wie sie von der Privatangestellten-Gewerkschaft propagiert wird. Vielmehr tritt er dafür ein, die Aufgaben zwischen den Teilorganisationen und der Zentrale genauer zu trennen. Es brauche jedenfalls starke Gewerkschaften vor Ort und auch eine starke Zentrale, weil nur so die Sozialpartnerschaft funktionieren könne. (apa/red)
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