Karibik-Verluste und Refco-Affäre: Schaden für ÖGB auf 3 Milliarden Euro angewachsen!
- BAWAG-Verkauf muss mindestens 2,2 Mrd bringen
- Gewerkschaft dementiert jedoch Pleite-Gerüchte
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Bankchef Nowotny prüft neue Schadenersatzklage
Das Finanzdesaster rund um den ÖGB und seine Bank, die BAWAG P.S.K., nimmt von Tag zu Tag größere Ausmaße an. Der bisher bekannt gewordenen Gesamtschaden, der durch Karibik-Verluste und Refco-Affäre entstanden ist, dürfte bereits die 3 Milliarden-Euro- Grenze überschritten haben. Der ÖGB müsste aus dem BAWAG-Verkauf 2,2 bis 2,4 Mrd. Euro erlösen, um ohne Schulden aus dem Debakel herauszukommen.
Hintergrund der neuen Finanzkrise sind Schulden in Höhe von 1,53 Milliarden Euro, die der ÖGB im Rahmen der BAWAG P.S.K.-Fusion im Herbst 2005 von der BAWAG übernommen. Deshalb ist es weiter fraglich, ob der BAWAG-Verkauf alle ÖGB-Verbindlichkeiten abdecken wird. Dies musste ÖGB-Chef Hundstorfer am Wochenende ebenfalls zugeben: "Es kann durchaus sein, dass der ÖGB nach dem Verkauf der BAWAG noch Schulden hat", sagte er zum "Kurier".
Denn zusätzlich zu den 1,53 Milliarden kommen noch 610 Millionen die die Gewerkschaftsbank aus den Karibikgeschäften und einem Kredit bei der Bayrischen Landesbank.
Weil der ÖGB jeden dritten Euro eines über 1,8 Mrd. Euro hinausgehenden Mehrerlöses beim BAWAG-Verkauf an die Refco-Gläubiger abliefern muss, müssten beim Verkauf 2,2 bis gar knapp 2,4 Mrd. Euro eingespielt werden, um den ÖGB frei von Schulden zu machen.
Finanzexperten in Österreich kommen außerdem übereinstimmend zu der Auffassung, dass der ÖGB seine angeschlagene Bank BAWAG extrem rasch verkaufen muss, weit vor dem im Garantiegesetz vorgesehenen Termin Sommer 2007. Und voraussichtlich werde sie an einen Ausländer gehen, und voraussichtlich werde dieser nicht besonders viel zahlen, wenn er erst einmal Einblick in die tatsächliche Eigenkapitallage habe.(apa/red)
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