Montag, 12. Juni 2006

BAWAG und ÖGB jetzt "Trümmerhaufen": Ex-P.S.K-Betriebsrat sieht Kritik bestätigt

  • Warnte schon vor Fusion Postsparkasse mit BAWAG
  • "Was macht BAWAG mit vielem Geld, was ist da los?"

Volkmar Harwanegg, bis zur Fusion mit der BAWAG im Oktober 2005 Betriebsratsvorsitzender der Postsparkasse (P.S.K.), sieht sich in seiner einstigen Fusionskritik bestätigt. "Unser Spruch vom Trümmerhaufen hat sich leider nicht nur bestätigt", sagte Harwanegg, vielmehr seien jetzt BAWAG und ÖGB "Trümmerhaufen". Zur vorjährigen Fusion selbst kommen auch mehr Details ans Licht.

Harwanegg, der schon bald nach der Übernahme der Postparkasse vor mehr als fünf Jahren gewarnt hatte, dass die Postsparkasse "wie ein Christbaum abgeräumt" werde, war dafür vom damaligen BAWAG- Generaldirektor Elsner im Herbst 2001 geklagt worden. Auf 100.000 Euro. Wegen Ruf- und Kreditschädigung. Harwanegg hat das Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof (OGH) gewonnen.

Schwächung der P.S.K. befürchtet
Bei Harwanegg hatten die Alarmglocken geläutet, weil zur Integration gleich nach der Übernahme wichtige Bankbereiche wie Treasury und Kommerzkundengeschäft zur BAWAG abgezogen worden waren. Der P.S.K.-Belegschaftsvertreter sah darin eine Schwächung seines Hauses. Also machte er im Oktober 2001 seinem Ärger mit scharfen Worten Luft: "Die noch vor wenigen Jahren so ertragreiche P.S.K. ist dabei wie ein Christbaum abgeräumt worden und als Trümmerhaufen zurückgeblieben".

"Mir fiel damals schon auf, dass da viel Geld von uns zur BAWAG floss", sagte Harwanegg heute. "Ich fragte mich, was macht die BAWAG mit dem vielen Geld, was ist da los?"

Zur neuen "BAWAG P.S.K." kam es - am 30. September 2005 in mehreren Schritten - unter Zuhilfenahme eines Firmenmantels aus der BAWAG (K&W, Kapital & Wert), mit dem die P.S.K. verschmolzen und auf den der BAWAG-Betrieb abgespalten wurde. (APA)

12.6.2006 12:50