Bush ist ein "Kriegsverbrecher": Kärnten-LH Jörg Haider mit harter Kritik an US-Präsident
- Saddam war auch zu friedlicher Machtübergabe bereit
- Haider: Wien-Gipfel nur als "Sightseeing-Tour" Bushs
·Aktivisten machen gegen Bush mobil!
'Bush go home' 3 m hoch am Wiener Naschmarkt
·Bush-Visite: Anrainer bekommen Ausweis
Mit "Badge" darf man auch in heikles Gebiet
·Bush-Besuch macht sich schon bemerkbar
1.100 Verkehrsschilder extra in Wien aufgestellt
·Ausdruck der Wert-schätzung für die EU
Enormer Sicherheitsauf-wand bei Bush-Besuch
·NEWS-Umfrage zu Besuch von Bush!
72% finden obersten Cowboy unsympathisch
·Halb Wien steht still, wenn Bush kommt
Ausnahmezustand: Öffis, Museen & City gesperrt
·Knalleffekt: Bush will Guantanamo schließen
Wien kann aufatmen:
US-Präsident abgeflogen
·Bush-Besuch: Auch Öffi-Fahrer betroffen
U4-Station "Stadtpark" vorübergehend gesperrt
·Bush-Besuch: Flug- verbotszone um Wien
Privat- & Sportflugzeuge bleiben alle am Boden
Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider hat US-Präsident George Bush in einem Zeitungs-Interview als "Kriegsverbrecher" bezeichnet. Auf die Frage, ob er zu dieser früher gemachten Aussage heute noch stehe, antwortete Haider: "Natürlich stehe ich dazu. Er ist ein Kriegsverbrecher." Auf eine Nachfrage fügte er hinzu: "Ich glaube schon, dass die irakische Zivilbevölkerung brutal leidet. Die Opfer, die Bush riskiert hat, sind gewaltig."
Der "zentrale Fehler" von Bush sei es gewesen, "einen Krieg zu beginnen, der nicht notwendig war und die Welt destabilisiert hat. Der Irak-Krieg liegt wie ein dunkler Schleier über all dem, was Bush sonst Gutes macht. Die amerikanische Wirtschaft etwa entwickelt sich sehr gut." Den Hinweis auf die hohe Staatsverschuldung der USA lässt Haider im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Presse" nicht gelten: "Das stört die Amis nicht wirklich. Sie sehen das ein bisschen anders. Hauptsache, die Wirtschaft wächst, und es gibt genug Jobs. Außenpolitisch aber hat Bush mit dem Irak-Krieg den ganzen Nahen Osten in einen Hexenkessel verwandelt. Das ist noch lange nicht ausgestanden."
Für den früheren Machthaber Saddam Hussein hat Haider mehr Verständnis als für den US-Präsidenten: "Ich glaube noch immer an die These, dass Saddam Husseins Regime zu einer friedlichen Übergabe bereit gewesen wäre. Man hätte wahrscheinlich einen Rückzug der Führungsclique durchsetzen können. Die waren nach den zehn Jahren Wirtschaftssanktionen ohnehin am Ende." Er bereue es nicht, Saddam die Hand geschüttelt zu haben, weil er sich dabei "in guter Gesellschaft europäischer Staatenlenker" befunden habe, argumentierte der Landeshauptmann.
Auf die Frage welche Position EU-Ratsvorsitzender Wolfgang Schüssel beim Wiener Gipfeltreffen mit Bush beziehen solle, antwortete Haider: "Bush wird sich nicht viel kümmern um die EU. Er ist auf einer Art Sightseeing-Tour, um sein Image aufzupolieren. Durch den Gipfel wird sich nichts ändern. Sonst müsste ja Schüssel in eine sehr harte Konfrontation mit Bush treten. Und das scheint nicht geplant zu sein." (apa/red)
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