Die halbe Stadt steht still, wenn Bush nach Wien kommt: Öffis, Museen und City gesperrt
- Albertina, Hofreitschule, Hofburg-Museen geschlossen
- PLUS: Flugverbotszone um Wien, U-Bahn-Station zu
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Wien kann aufatmen:
US-Präsident abgeflogen
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Zahlreiche Sperren
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Seit '90 Transatlantische Deklaration als Basis
Der Besuch des US-Präsidenten George W. Bush wird am 21. Juni nicht nur den Alltag in der Wiener Innenstadt, sondern auch den Betrieb einiger kultureller Einrichtungen stark beeinträchtigen. Entlang der Route, die Bush von der Ringstraße zum Bundeskanzleramt am Ballhausplatz führt, werden die Albertina, die Spanische Hofreitschule, die Nationalbibliothek sowie die drei Hofburg-Museen Silberkammer, Kaiserappartements und Sisi-Museum geschlossen bleiben, wie eine Umfrage der APA bei den betreffenden Stellen zeigte. Weiters zeichnet sich eine Sperrzone in der Wiener Innenstadt ab, doch alle jene, die dem mittels Öffis ausweichen wollen, kommen nicht ohne Behinderungen davon.
Der genaue Umfang und Zeitraum der zur Sicherheit des US-Präsidenten eingerichteten Zone stehen zwar noch nicht fest, die Vorbereitungen laufen aber bereits auf Hochtouren. Vertreter der Polizeispezialeinheit Cobra statteten den verschiedenen Kulturinstitutionen an der Augustinerstraße und dem Michaelerplatz bereits ihren Besuch ab, die meisten Museen und sonstigen Einrichtungen in diesem Bereich sind demnach den gesamten Mittwoch zu, berichteten mehrere Häuser der APA. Damit zeichnet sich schon das Gebiet ab, das möglicherweise von 20. Juni ab 18.00 Uhr bis 21. Juni um 23.00 Uhr gesperrt sein wird, wie von Seiten eines betroffenen Museums verlautete. Insgesamt wären damit nach derzeitigem Stand tausende Kunstinteressierte von den Platzverboten im ersten Bezirk betroffen.
Erstmals Hofburg-Museen geschlossen
Geschlossen haben am 21. Juni auf jeden Fall die drei Hofburg-Museen, die von der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft (SKB) geführt werden - nämlich die Silberkammer, die Kaiserappartements sowie das Sisi-Museum. Laut einem Sprecher der SKB ist es bei diesen Einrichtungen der erste Schließtag dieser Art. Denn üblicherweise bleibt bei Staatsbesuchen die Zufahrt bzw. der Zugang vom Michaelerplatz offen. Beim Bush-Besuch werde jedoch auch dieser Bereich abgeriegelt.
Laut Schönbrunn-Gesellschaft müssen die drei Museen durch die Sperre auf insgesamt rund 1.500 Besucher bzw. etwa 10.000 Euro an Einnahmen verzichten. Über eine mögliche Abgeltung des Betrages gebe es "interne Gespräche", hieß es. Keinen Versuch, einen möglichen entgangenen Verdienst wieder zu bekommen, unternimmt die Österreichische Nationalbibliothek. Diese muss insgesamt ebenfalls etwa 1.500 Besuchern den Zutritt zu den Lesesälen sowie den musealen Bereichen (wie dem Prunksaal) im Bereich der Hofburg versagen. Die Spanische Hofreitschule muss laut ihrer Sprecherin auf rund 1.200 Gäste verzichten, die üblicherweise der Morgenarbeit sowie den geführten Rundgängen beigewohnt hätten.
Laura Bush kommt möglicherweise in die Albertina
In einer ähnlichen Größenordnung in Bezug auf die Besucherzahlen bewege sich die Albertina, teilte deren Sprecher mit. Die Albertina, die derzeit eine kulturhistorische Mozart-Schau des Da-Ponte-Instituts beheimatet, bleibt definitiv zu. Gerüchte, wonach die Frau des Präsidenten, Laura Bush, sich die Sammlung anschauen will, wurden weder bestätigt noch dementiert. Das Filmmuseum direkt nebenan hofft noch, dass es am 21. Juni offen halten kann. "Wir lassen das an uns herankommen", hieß es. Tatsächlich dürfte ein Betrieb an diesem Tag jedoch unwahrscheinlich sein, einige hundert Besucher wären davon betroffen.
Nicht betroffen von der Sperre ist hingegen das schräg gegenüber liegende Theatermuseum. "Wir haben aller Wahrscheinlichkeit nach offen", sagte dessen Sprecher, da die Seitengasse der Augustinerstraße auch von der Kärntnerstraße oder vom Graben her zugänglich ist. Und auch das Burgtheater unweit des Ballhausplatzes dürfte Glück haben, wie es gegenüber der APA hieß: "Wir erwarten keine Beeinträchtigungen."
Auch Öffi-Fahrer betroffen
Der Besuch von Bush wird auch an den Wiener Öffis nicht spurlos vorübergehen. Laut einem Sprecher der Verkehrsbetriebe ist der Betrieb mancher Linien nur eingeschränkt möglich. Auch eine U-Bahn-Strecke ist betroffen: Die unmittelbar beim Bush-Hotel "Intercontinental" liegende U4-Station "Stadtpark" wird während des Aufenthalts mehrmals kurzfristig geschlossen.
(apa/red)
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