Donnerstag, 15. Juni 2006

Schießerei in Wien-Ottakring: Mutmaßlicher
Schütze stellt sich freiwillig der Polizei

  • Verdächtiger sagt, er habe in Notwehr geschossen
  • Sein 23-jähriges Opfer schwebt in Lebensgefahr

Jener Bosnier, der am Dienstag in einem Lokal auf der Ottakringer Straße 80 zur Waffe gegriffen und einen 23-Jährigen durch einen Bauchschuss lebensgefährlich verletzt haben soll, hat sich in Wien-Meidling der Polizei gestellt. Wie Oberst Gerhard Haimeder von der Kriminaldirektion (KD) 1 mitteilte, ist der Schütze im wesentlichen geständig, er beruft sich auf Notwehr, von ihm sei keine Aggression ausgegangen.

Der 28-jährige Bosnier aus Wien-Margareten war gegen 23.30 Uhr mit einem Mann aus dem ehemaligen Jugoslawien in Streit geraten. Zwei alkoholisierte Österreicher mischten sich in die Auseinandersetzung ein, da einer von ihnen glaubte, in einem der Kontrahenten einen alten Schulkollegen wieder erkannt zu haben.

Schließlich kam es zu einer Schlägerei. Der Bosnier zog eine Waffe und verletzte den 23-Jährigen Österreicher Robert D. durch einen Bauchschuss schwer. Er wurde ins Wiener AKH eingeliefert, notoperiert und befindet sich laut Haimeder noch in Lebensgefahr.

Dem Schützen gelang die Flucht. Allerdings hatte die Polizei rasch seine Identität geklärt und nach ihm sowie seinem Pkw gefahndet. Als das dem Bosnier zu Ohren kam, kündigte er gegenüber Bekannten an, sich stellen zu wollen. Mit Beamten wurde ein Treffpunkt in Meidling vereinbart, wo die Festnahme problemlos über die Bühne ging. Die Waffe, eine Pistole im Kaliber 9 mm will der 28-Jährige weggeworfen haben. Sie wird noch gesucht. (apa/red)

15.6.2006 09:42