Dagmar Schratter wird neue Schönbrunner Zoo-Chefin: Löst Pechlaner mit Jahresende ab
- Neue Direktorin setzte sich gegen 16 Bewerber durch

Es sind große Fußstapfen, in die Dagmar Schratter mit Jahreswechsel treten wird: Die bisherige Vizedirektorin des Tiergartens Schönbrunn wird ihren bisherigen Chef Helmut Pechlaner nachfolgen.
"Mir ist bewusst, dass da ein großer Brocken auf mich zukommt, aber ich habe mich in alle meine bisherigen Aufgaben mit vollem Einsatz gestürzt und werde das auch diesmal machen", so die designierte Direktorin. Sie würdigte die großen Leistungen Pechlaners, der Schönbrunn zu einem der schönsten Zoos weltweit gemacht habe. Nun würde man sich bemühen, diese Qualität zu halten und auch noch auszubauen.
Schratter kündigte aber auch an, eigene Akzente setzen zu wollen: Etwa den Zoo mehr als bisher als ein Kompetenzzentrum für Tierschutz zu positionieren und heimische Arten noch präsenter zu machen.
Pechlaner zeigte sich von der Entscheidung Bartensteins sehr angetan: "Dass ein Mitarbeiter aus unserem 'Stall' gewählt wurde, ist auch eine Anerkennung für den Betrieb." Schratter, die er 1993 selbst nach Schönbrunn geholt hatte, verfüge nicht nur über eine umfassende Ausbildung, sondern habe jede Menge "training on the job". "Sie besitzt den Respekt, die Anerkennung und Zustimmung der Mitarbeiter" - dass diese Worte des gebürtigen Tirolers keine Phrase waren, bewies der geradezu frenetische Applaus, mit dem die Pfleger die lange geheim gehaltene Entscheidung begrüßten.
Viele - vom Kanzler abwärts - hätten vergeblich versucht, Pechlaner zum Weitermachen zu bewegen, so Bartenstein. Ihn nach Wien zu holen sei eine der besten Personalentscheidungen des damaligen Wirtschaftsministers Wolfgang Schüssel (V) gewesen.
Mit Schratter habe sich eine mutige Frau gefunden, die in Pechlaners Fußstapfen tritt. 17 ernsthafte Bewerbungen, darunter zahlreiche aus dem Ausland, wären eingelangt. Sieben davon mussten sich einem ausgedehnten Hearing stellen, bei dem Schratter klar an die Spitze gesetzt wurde. "Nach Rücksprache mit Pechlaner ist es mir leicht gefallen, eine schnelle Entscheidung zu treffen", unterstrich Bartenstein.
"Ich will mehr Zeit zu Hause und mit der Familie verbringen", kündigte Pechlaner gegenüber der APA an. Alllerdings wird er dazu wohl nicht allzu viel Gelegenheit haben: Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) hat er versprochen - "Ich war selbst überrascht, dass ich zugesagt habe" -, im Verein "Tierschutz macht Schule" aktiv zu sein, dazu kommt die Präsidentschaft im WWF Österreich, seine Aufgaben bei Schloss Hof und Niederweiden und beim Nationalpark Neusiedlersee, die Vorlesungen an der Universität und, und, und ... "Fad wird mir ganz sicher nicht", so der scheidende Direktor.
(apa)










