Mit Volldampf aus der Defensive: Wie der SPÖ-Chef aus dem Umfragetief kommen will
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Schüssel festigt nach Bawag-Skandal Führung
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Rote Krise. Wie SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer nach dem Bawag-Skandal aus seinem Umfragetief kommen will: Die roten Pläne für den Kampf gegen Wolfgang Schüssel und die ÖVP.
Begeisterte Fußballfans sind beide. Doch während sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel im schwarzen Kernland Bayern bei der Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft als Gast von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel im Rampenlicht sonnte, wird Alfred Gusenbauer in der rot regierten deutschen Hauptstadt Berlin beim Finale live dabei sein. Und geht es nach dem SPÖ-Vorsitzenden, soll das ein Bild mit Symbolkraft werden: Denn die momentane Stärke der ÖVP - die Kanzlerpartei liegt seit Ausbrechen der Bawag-Krise klar vor der SPÖ - soll im Wahlkampf wieder dahinschmelzen. Mit gekonnter Rückhand will Gusenbauer in den nächsten Wochen aus der Defensive wieder Druck machen und das Spiel in die Hand bekommen. Nach erzwungener Pause im Bawag- und ÖGB-Strudel heißt die Devise jetzt: Zurück zu den Kernthemen, damit die SPÖ bei der Nationalratswahl doch noch den ersten Platz erreicht.
ÖVP klar vor SPÖ
Das wird schwer genug. Denn nach drei Jahren mit klarem SPÖ-Vorsprung ist seit Bekanntwerden der Bawag-Malversationen die ÖVP wieder auf Platz eins. In der aktuellen NEWS-Gallup-Umfrage kann sie ihren Vorsprung sogar noch ausbauen: Sie legt von 37 auf 39 Prozent zu, die SPÖ stagniert bei schwachen 35 Prozent.
In der Kanzler-Direktfrage schaut es für die SPÖ auch nicht viel rosiger aus: Schüssel baut mit plus zwei Prozentpunkten seinen Vorsprung auf 46 Prozent wieder aus, während Gusenbauer einen Punkt verliert und nur von 32 Prozent direkt zum Kanzler gewählt würde.
"Noch in der Defensive."
Kein Wunder, dass angesichts solcher Daten die SPÖ-Strategiemaschinerie auf Hochtouren läuft. Young-&-Rubicam-Chef Luigi Schober, der den roten Wahlkampf betreut, bereitet gerade eine Offensivkampagne vor. Schober gibt im NEWS-Gespräch zu: "Der Schritt aus der Defensive ist noch nicht geglückt. Das ist oberste Chefsache." Und daher werde Gusenbauer nun in die Offensive gehen. Bereits vergangene Woche verlangte der SP-Chef denn auch eine Anklage gegen Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner. Allerdings ist der Werbeprofi Schober weiter zuversichtlich: "Die Nationalratswahl ist für die SPÖ nach wie vor zu gewinnen. Die Stimmen sind derzeit nur geparkt. Jetzt geht es darum, das Vertrauen zurückzuholen." Daher werde man weiter die roten Kernthemen - Beschäftigung, vor allem Jugendarbeitslosigkeit, Bildung und Gesundheit - in den Mittelpunkt rücken. Man werde keinesfalls die "schwarze Propaganda" ernst nehmen, wonach die SPÖ nicht mehr gegen Raubtierkapitalismus wettern dürfe. Schober will auf "positive Botschaften setzen und den Menschen Lösungsansätze anbieten. Denn das ist das, was die Menschen auch wollen."
Die Hoffnung der roten Strategen: dass sich bis zur Nationalratswahl die Bawag-Krise "leerlaufe" und keinen mehr interessieren würde. Zudem will Gusenbauer "den Platz in der Mitte besetzen", da, wie Schober meint, sich bereits "drei Parteien im rechten Eck" um die Stimmen prügeln und vor allem auf das Ausländerthema setzen wollen.
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